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Viersen: Bürgerprotest gegen neuen Obi-Baumarkt

Viersen : Bürgerprotest gegen neuen Obi-Baumarkt

Die geplante Ansiedlung eines Obi-Baumarktes an der Kölnischen Straße in Viersen löst bei den Bürgern nicht generell Zustimmung aus. Das verdeutlicht die Umfrage der beiden Viersener Brüder Johannes und Martin Moos, die als Anwohner in dem betroffenen Gebiet wohnen. Sie entwarfen einen Fragebogen und starteten eine Umfrageaktion bei 50 Nachbarn. "Wir wollten gerne wissen, inwieweit die Bürger überhaupt informiert sind und was sie von dem Vorhaben halten", erklärt Martin Moos.

Ergebnis der Umfrage

In dem von ihnen entwickeltem Fragebogen fragten sie, ob die Bürger die Zahl der Baumärkte in Viersen für ausreichend halten, ob sie den Standort als geeignet ansehen und ob sie die erforderlichen Straßenumbaumaßnahmen als angemessen empfinden. Dazu kam noch Raum für persönliche Anmerkungen. Das Ergebnis der Umfrage spricht für sich. 90 Prozent der befragten Anwohner sprechen sich gegen einen Baumarkt aus.

Die Contra-Argumente sind dabei unterschiedlicher Natur. Die Anwohner in unmittelbarer Umgebung des geplanten Baumarktes befürchten ein erhöhtes Verkehrsaufkommen und damit einhergehend eine erhebliche Lärmbelastung. Andere bringen den Umweltschutzgedanken ein. Bei der 4,8 Hektar großen Fläche, die bebaut werden soll, handelt es sich Ackerland, das landwirtschaftlich genutzt wird. Eine Versiegelung, die immerhin der Größe von sechs Fußballfeldern entspricht, sehen die Anwohner laut Umfrage hinsichtlich des Flächenverbrauchs skeptisch entgegen. Die Umfragebeteiligten stellen sich zudem die Frage, ob ein weiterer Baumarkt in Viersen nötig ist. Es wäre der dritte seiner Art, wobei sich zwei weitere Baumärkte im Radius von 13 Kilometern befinden. Obi, einst an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße zuhause, schloss seinerzeit wieder. Man fragt sich, ob ein weiterer Baumarkt überhaupt laufen würde und wie die Konkurrenzsituation hinsichtlich des kleineren Einzelhandels aussieht. Auf der anderen Seite verweisen die an der Umfrage beteiligten Bürger auf die vielen Leerstände, unter anderem an der Freiheitsstraße. Warum weitere Fläche verbrauchen, wenn es große Leerstände gibt, die vielleicht wieder mit Leben gefüllt werden könnten? Auf jeden Fall wünschen sich die Bürger eine bessere Beteiligung an dem Prozedere. Der Informationsfluss von Seiten der Stadt wird kritisiert.

Fachbereich Stadtentwicklung

Die Ergebnisse der Umfrage ließen Martin und Johannes Moos jetzt dem Fachbereich Stadtentwicklung zukommen. Zudem fügten sie ihre Bedenken hinsichtlich des Bauvorhabens als Stellungnahme zum 85. Flächennutzungsplanänderung/Bebauungsplan Nummer 105 "Kölnische Straße/Kroanefeld" bei. FRAGE DES TAGES

(tref)