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Bürgermeister im Grenzland wollen Viersen-Verbindung erhalten

Diskussion um Schnellbus 088 : Bürgermeister wollen Viersen-Verbindung erhalten

Im neuen Konzept des VRR wird der SB 088 geändert. Die Bürgermeister aus Brüggen, Niederkrüchten und Schwalmtal forden den Erhalt über den Ausschreibungszeitraum.

Das neue Schnellbus-Konzept des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) und die geplante Kappung der Verbindung nach Viersen für Brüggen, Schwalmtal und Niederkrüchten stößt bei den Bürgermeistern Frank Gellen (CDU, Brüggen), Kalle Wassong (parteilos, Niederkrüchten) und Michael Pesch (CDU, Schwalmtal) auf Unverständnis: „Die Anbindung der Westkreis-Kommunen an Viersen stellt einen wesentlichen Baustein des öffentlichen Personennahverkehrs in unseren Gemeinden dar“, sagen sie. Gerade im ländlichen Bereich müssten bestehende Linien mit Bedacht geändert und Entwicklungen vor Ort abgefragt werden.

Der VRR arbeitet zurzeit an einem neuen Schnellbus-Konzept. Dadurch würden sich Haltestellen und Ziel für den Schnellbus 088 ändern. Aktuell verbindet er Brüggen, Schwalmtal und Niederkrüchten-Elmpt mit der Kreisstadt Viersen. Stattdessen soll laut Konzept eine neue Schnellbuslinie 073 eingerichtet werden, die Venlo, Brüggen, Wegberg und Erkelenz verbindet. Sie soll im 60-Minuten-Takt verkehren und ihr Ziel innerhalb von 78 Minuten erreichen. Einen Eckanschluss Niederkrüchten soll es über Dalheim in Wegberg geben.

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In Viersen waren Teile des VRR-Konzepts bereits auf Kritik gestoßen – insbesondere, weil Vertreter der Stadt Viersen zu den ersten Workshops nicht eingeladen waren, Kostenpflichtiger Inhalt weil sie vergessen wurden.

Auf die Frage, warum der Schnellbus 088 anders fahren soll, erklärte ein Sprecher des VRR: „Der VRR skizziert zurzeit ein umfangreiches Potentialliniennetz mit circa 80 Linien, welches jetzt in einer Verkehrssimulation auf die Nachfrage-Effekte untersucht wird.“ Nach der Nachfragesimulation werde es noch zu Modifizierungen kommen, bei der die Kommunen und Aufgabenträger noch eigene Ideen und Anregungen zum Schnellbusnetz einbringen können. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch zu früh, Aussagen zu einzelnen Linien zu treffen“, erklärte der Sprecher. Die Untersuchung werde voraussichtlich Ende 2020 abgeschlossen sein.

Allerdings: Der SB 088, der jetzt die drei Grenzland-Gemeinden mit Viersen verbindet, wird in den kommenden Jahren weiter das Ziel Viersen haben – und dies sogar am Wochenende. „Die Linie ist gerade für die nächsten zehn Jahre in der Ausschreibung“, berichtete Christian Canzler, der Erste Beigeordnete der Stadt Viersen, im Hauptausschuss. Dazu erklären die Bürgermeister der Grenzgemeinden: „Weitere Verbindungen, wie etwa in den Kreis Heinsberg oder auch nach Venlo, sind wichtig, um den Verkehr in unserer Region zukunftsfähig zu machen.“ Dies dürfe aber nicht auf Kosten bestehender Angebote geschehen. „Die Anbindung der SB 088 nach Viersen muss auch über den aktuellen Ausschreibungszeitraum hinaus gesichert sein“, fordern sie.

Für die örtlichen Händler ist der Schnellbus wichtig, meint Thomas Prell-Holthausen, der Vorsitzende des Werberings Brüggen: „Es wäre enttäuschend, wenn Brüggen abgeschnitten wird“, sagt er. Denn mit Blick auf die Zukunft werde der öffentliche Personennahverkehr immer wichtiger: sowohl für Menschen, die in Brüggen einkaufen wollten, als auch für solche, die dort Natur erleben wollten.