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Bürgerinitiative kristiert Schwalmtaler Verwaltung wegen Rösler-Brache

Vorhaben in Schwalmtal-Waldniel : Kritik der Bürgerinitiative an den Plänen zur Rösler-Brache

Vor der Online-Bürgerinformation kritisiert Michael Bergger von der Bürgerinitiative „Bürger gegen Logistikpark“ das Vorgehen der Verwaltung. Was er sich wünscht.

Für Dienstag, 9. November, 18 Uhr plant die Gemeinde Schwalmtal eine Online-Bürgerinformation zur Zukunft der Rösler-Brache. Michael Berger, Sprecher der Bürgerinitiative „Bürgen gegen Logistikpark“ hält dies für eine „reine Farce“. Was er kritisiert: „Große Teile der Bevölkerung in Waldniel können sich gar nicht anmelden.“ Denn ihnen fehle das nötige Equipment dazu. Zudem würden Fragen gesammelt, aber diese werden nicht beantwortet, meint Berger.

Vor der Online-Veranstaltung hat  einmal ein moderierter Arbeitskreis getagt: Zu ihm gehören Verwaltung und Politik, MLP, aber auch Michael Berger von der Bürgerinitiative oder Mitglieder des SC Waldniel. Das Treffen ist nicht öffentlich; in der nächsten Woche will die Verwaltung eine Erklärung herausgeben. Laut Bernd Gather, Leiter des Fachbereichs Planung, Verkehr, Umwelt, sei es in der ersten Sitzung um Altlasten auf dem Areal gegangen. In der nächsten Sitzung werde es um Verkehrsbelastung gehen.

Die Sorge, dass durch die Ansiedlung eines Gewerbe- und Logistikparks deutlich mehr Schwerlastverkehr durch Waldniel rollt, war der Grund, warum Menschen gegen das Vorhaben in seiner damals geplanten Form demonstriert haben. Die Bürgerinitiative um Michael Berger hatte dazu 1925 Unterschriften gesammelt und an Bürgermeister Andreas Gisbertz (CDU) übergeben. Gisbertz hatte kurzfristig vor der Sitzung dem Rat empfohlen, die vorliegenden Pläne abzulegen. Dies geschah am 2. März mit 25 Nein-Stimmen, sechs Ja-Stimmen und vier Enthaltungen. „Damit hatten wir unser Ziel erstmal erreicht“, sagte Berger. Seitdem sind auf der Internetseite der Initiative keine aktuellen Aktivitäten erkennbar.

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Michael Berger hält an der Ablehnung eines Gewerbe- und Logistikparks in dieser Dimension fest: „Auch wenn man den Verkehr jetzt statt in zwei in drei Klassen unterteilt, ändert das nichts an der höheren Verkehrsbelastung.“ Er wünscht sich ein anderes Vorgehen: „Es sollte eine Projektgruppe gebildet werden, welche sich mit der weiteren Nutzung beschäftigen soll.“ Doch dies erst, wenn sich das Gelände in öffentlicher Hand befinde; dies könne ab 2023 möglich sein.

Sobald sich das Areal in öffentlicher Hand befinde, sollte man sich ergebnisoffen Gedanken über dessen Entwicklung machen, unabhängig von MLP. Berger hat den Eindruck, dass viel unternommen werde, damit MLP doch noch einen Gewerbe- und Logistikpark verwirklichen könne. „MLP hat einen bedingten Kaufvertrag mit dem derzeitigen privaten Eigentümer geschlossen“, sagt Berger. „Bedingt“ bedeute, dass sich MLP einen Absprung aus dem Vertrag hat einräumen lassen, sollten nicht alle Voraussetzungen zur Errichtung eines Gewerbe- und Logistikparks bis zum 31. Dezember 2022 vorliegen.

Nach den Berechnungen der Initiative sei, anders als bei denen der Verwaltung, eine Wohnbebauung machbar. „Eine komplette Entsorgung des Bodens würde 60 Millionen Euro kosten. Durch eine Förderung, nur möglich für eine Fläche in öffentlicher Hand, müsste die Gemeide nur zwölf Millionen Euro zahlen“, so Berger. Der Kostenanteil liege bei acht bis zehn Euro pro Quadratmeter. Dieser Betrag wäre bei einem Grundstückspreis von 160 bis 180 Quadratmetern inkludierbar. „Daher ist nicht nachvollziehbar, warum nicht in eine Richtung hin zur Wohnbebauung mit Ladenlokalen, Geschäften, Restaurants und Kleingewerbe überlegt wird“, meint Michael Berger.