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Viersen: Bürger sauer auf den Baudezernenten

Viersen : Bürger sauer auf den Baudezernenten

Knapp 2000 Unterschriften binnen drei Wochen hat die Interessengemeinschaft "Miteinander, füreinander Süchteln" gesammelt. Viele zeigen in schriftlicher Form, dass sie keinen Vollsortimenter auf dem St.-Florian-Platz wünschen.

Noch immer kommen Süchtelner Bürger in die Geschäfte des Ortes und fragen nach den Unterschriftenlisten, auf denen sie sich mit ihrer Signatur gegen einen Vollsortimenter auf dem St.-Florian-Platz aussprechen können. Doch Ende Mai hat die Interessengemeinschaft "Miteinander, füreinander Süchteln" die Unterschriftenaktion beendet. Drei Wochen hatten die Bürger Zeit zu unterschreiben. 1917 Unterschriften sind des geworden.

"Der Auslöser, warum die Bürger so verärgert sind, ist der Baudezernent. Er hat die Aussage in den Raum gestellt ,Der Supermarkt kommt'. Die Bürger haben daher doch die Wahrnehmung, dass Verwaltung und Politik entscheiden, ohne den Bürger überhaupt einzubeziehen", sagt Heinz Prost von der Interessengemeinschaft. Die Akzeptanz der Bürger sei verspielt, selbst wenn es jetzt noch zu einer Bürgerinformation kommen sollte, ist sich Prost sicher.

Die Interessengemeinschaft empört besonders, dass die Planungen schon Jahre zurückliegen und niemand informiert wurde. "Man hat mich vor rund zweieinhalb Jahren bereits angesprochen, ob ich Interesse daran hätte, mit meinem Geschäft in einen geplanten Neubau auf dem St.-Florian-Platz zu gehen. Mir wurden der genaue Standort meines Ladenlokals innerhalb der Anlage sowie die Größe bereits mitgeteilt", berichtet Peter Gryga vom Tabak- und Presse-Center. Er lehnte allerdings ab, da er lieber in der Süchtelner Innenstadt bleiben wollte.

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Den St.-Florian-Platz als Innenstadt zu bezeichnen, stößt der Interessengemeinschaft weiter auf. "In der Rahmenplanung Süchteln von 1978, die nie geändert wurde, kann jeder nachlesen, dass dieser Platz zur Randzone von Süchteln erklärt wurde und keinesfalls zum Kernbereich der Innenstadt, wie er jetzt vom Baudezernenten deklariert wird", sagt Prost. Bürger und Einzelhändler befürchten, sollten die Planungen Wirklichkeit werden, dass die Innenstadt ausblutet. "Dann bleibt auch ein Stück Menschlichkeit auf der Strecke. In den Geschäften der Innenstadt wird nicht nur eingekauft, sondern auch erzählt. Gerade für die älteren Bürger bedeutet eine belebte Innenstadt auch Kommunikation", sagt Fred Junglas vom Café Franken.

Auch die Süchtelner Handwerksmeistergesellschaft stellt sich hinter die Interessengemeinschaft. Deren Vorsitzender Bernd Casaretto spricht von einer Arroganz der Politiker, die sich nicht um Bürgerbelange kümmerten. Die Netto Marken-Discount AG & Co. KG äußert sich indes auf Anfrage der Rheinischen Post zur Schließung oder Nichtschließung der Süchtelner Filiale wie folgt: "Gern teilen wir Ihnen mit, dass derzeit keine Schließung der Süchtelner Filiale geplant ist. Zu einem möglichen Neubau am Floriansplatz können wir Ihnen derzeit keine neuen Details kommunizieren. Fragen Sie gern in einigen Wochen erneut nach".

In Sachen Standort Feuerwehr verhält sich Frank Kersbaum, Wehrleiter der Feuerwehr Viersen, indes neutral. "Wir kommen mit beiden Standorten klar, dem alten und dem neu geplanten, der rund 500 Meter vom alten liegen würde. Verwaltung und Politik sollen zum Gemeinwohl entscheiden. Wir halten uns aus der Diskussion heraus", betont Kersbaum.

(tref)