Brüggens erste „Friday for Future“-Demo

Klimademo an Gesamtschule : Brüggens erste „Fridays for Future“-Demo

Rund hundert Jugendliche, Eltern und Lokalpolitiker gingen Freitag im Zentrum von Brüggen auf die Straße. Die neue „Fridays for Future“-Gruppe hat den Protest organisiert. Forderung: Brüggen soll den Klimanotstand ausrufen.

„Arche fertig“, „Wir müssen Gottes Schöpfung bewahren“ oder „Save Mozther Earth“: Mit solchen Plakaten zogen rund 100 Teilnehmer bei der ersten „Fridays for Future“-Demonstration am Freitagnachmittag durch die Brüggener Fußgängerzone. Sie begannen ihren Protestzug nach dem Unterricht an der Gesamtschule. Zu den Jugendlichen, die sich am Kreuzherrenplatz versammelten, gesellten sich Politiker, Eltern und auch Teilnehmer aus Schwalmtal.  Brüggens Bürgermeister Frank Gellen (CDU) verfolgte die Demo ebenfalls und lobte das Engagement der Schüler.

Die Parole „Steht auf“ nahmen einige Achtklässlerinnen der Gesamtschule Brüggen wörtlich. Die 14-Jährigen griffen die Idee der freitäglichen Klimaschutz-Proteste für die Burggemeinde auf. Linda, Franziska, Joleen, Frieda, Lea und Lara sind bisher zu Demonstrationen mit dem Bus nach Viersen oder nach Mönchengladbach gefahren. „Wir haben eine eigene Ortsgruppe gegründet, damit wir hier auch mit dem Fahrrad zu einer Demo fahren können“, sagen sie. Eine Mutter habe die Idee an sie herangetragen – gern hätten sie diese aufgegriffen.

Was die Jugendlichen erreichen wollen: „Wir wollen die regionalen Politiker und die Landespolitiker erreichen und wünschen uns, dass beispielsweise die öffentlichen Gebäude schneller mit Solaranlagen bestückt werden“, nennen sie ein Beispiel. Für mehr Grünflächen und bessere Fahrradwege plädieren sie ebenfalls.

Pauline Bartl (18) besucht an der Gesamtschule die Stufe Q1. Sie  kümmerte sich um die Organisation der Demonstration. Aus großen Boxen hört man etwa von Culcha Candela „Schöne neue Welt“ mit dem zynischen Text „Die Welt geht unter, doch bei uns is’ Party-Halli-Galli. Alles im Eimer, doch wir hüpfen wie bei Dalli-Dalli.“ Weitere zum Thema passende Lieder folgten. Die Demonstranten zogen durch die Fußgängerzone, riefen Parolen, bei denen sie unter anderem Unternehmen vorwarfen, „nur für einen Batzen Geld Natur zu zerstören“. Ziel war der Nikolausplatz. Dort hinterließen sie als Zeichen ihres Protests Kreidezeichungen  und -sprüche.

Überwiegend Mädchen und junge Frauen gingen bei Brüggens erster Klimaschutz-Demo auf die Straße. Die 16-jährige Melina meinte: „Wir haben keine Zeit mehr und müssen jetzt etwas tun, nicht erst 2030. Wenn die Erwachsenen nichts tun, müssen wir etwas machen.“ Auch der drei Jahre jüngere Alias sieht Handlungsbedarf: „Wenn wir nichts unternehmen, haben wir in ein paar Jahren keine saubere Luft mehr zum Atmen.“  Michel (18) war froh, dass jetzt „auch in Brüggen die Schüler auf die Straße gehen“. Der gleichaltrige Frederick meinte dagegen: „Vieles in der Politik läuft falsch, wir müssen jetzt hier etwas machen.“

Auch das offene Mikrofon nutzten mehrere Teilnehmer des Demonstrationszuges. Applaus erhielten sie für die Forderung, dass auch die Gemeinde – wie bereits die deutschen Städte Tönisvorst, Konstanz und Münster – den Klimanotstand ausrufen soll. Man müsse nicht von jetzt auf gleich nur noch mit dem Fahrrad fahren oder vegan leben: „Jeder Schritt ist ein guter Schritt“ Einen entsprechenden Antrag haben Brüggens Grüne bereits gestellt. Auch ein Vater meldete sich am Mikrofon zu Wort: „Ich finde es ganz klasse, dass ihr euch engagiert.“

Weitere Termine für „Fridays for Futore“-Demonstrationen in der Burggemeinde Brüggen sollen folgen, auch während der Sommerferien, die in genau fünf Wochen beginnen.

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