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Brüggener sollen für 2020 weniger Steuern zahlen

Reaktion auf Corona-Krise : Brüggener sollen für 2020 weniger Steuern zahlen

Die Gemeinde Brüggen verzichtet für 2020 auf Steuereinnahmen in Höhe von mindestens einer halben Million Euro. Damit will die Gemeinde die Menschen in der Corona-Krise finanziell unterstützen.

In der Gemeinde Brüggen sollen für das laufende Jahr die Grundsteuer A und B sowie die Gewerbesteuer gesenkt werden. Dies schlagen Kämmerer Oliver Mankowski und Bürgermeister Frank Gellen (CDU) für die am 14. Mai geplante Sitzung des Gemeinderates vor. „Damit wollen wir als Gemeinde unseren Beitrag dazu leisten, die Menschen in der Corona-Krise finanziell zu unterstützen“, sagt Gellen. Die Gemeinde könne dabei – anders als Land und Bund – nur einen kleinen Part übernehmen. Oliver Mankowski ergänzt: „Ich verzichte lieber in diesem Jahr auf Gewerbesteuer-Einnahmen, als im kommenden Jahr Leerstände in Brüggen zu haben.“

Die Satz für die Grundsteuer A soll von 240 auf 200, der für die Grundsteuer B von 443 auf 410 und der für die Gewerbesteuer von 418 auf 400 Prozentpunkte reduziert werden. Für einen Hausbesitzer in Brüggen bedeutet das: Er hätte für 2020 an Grundsteuer B 850,24 Euro zahlen müssen, jetzt werden es 63,34 Euro weniger (786,90 Euro). Ein mittlerer Gewerbebetrieb hätte an Gewerbesteuer 41.836 Euro für 2020 zahlen müssen; für ihn sind es nun 1792,94 Euro weniger (39.843,06 Euro). Ein Landwirt könnte 1211,64 Euro an Grundsteuer A sparen. Er zahlt für 2020 nur 6058,20 Euro statt der zunächst geplanten 7269,84 Euro.

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Durch die geplanten Steuersenkungen bei den Grundsteuern A und B verliert die Gemeindeverwaltung Brüggen 215.000 Euro. Die Ertragsausfälle für die Gewerbesteuer schätzt Kämmerer Oliver Mankowski auf rund 300.000 Euro.

Die Hälfte dieser Ausfälle soll aus der allgemeinen Haushalts-Rücklage finanziert werden. Laut Mankowski liegt sie bei 2,5 Millionen Euro.

Die andere Hälfte soll durch eine Haushaltssperre für den Bereich der freiwilligen Aufwendungen und kommunalen Veranstaltungen finanziert werden. „Bis 31. August sind alle Großveranstaltungen abgesagt“, so der Kämmerer. Die Mittel werden nur noch zur Abwicklung bereits geschlossener Verträge genutzt.