Brüggen: Brüggener Politik diskutiert Ausbau der E-Mobilität

Brüggen: Brüggener Politik diskutiert Ausbau der E-Mobilität

Zwei öffentliche Stromtankstellen für Elektrofahrzeuge gibt es in der Burggemeinde schon, weitere sind geplant

Brüggen setzt auf E-Mobilität nicht nur beim Rad, sondern auch beim Auto. Diese Botschaft ist jetzt aus dem Rathaus gekommen. Der Bauausschuss befasste sich in seiner jüngsten Sitzung auf Anregung der Grünen konkret mit dem Thema Stromtankstellen für Kraftfahrzeuge. Allerdings gab es in der Politik auch Stimmen, das Thema der Privatwirtschaft zu überlassen.

Mit Blick auf die laut Prognosen steigende Zahl von Elektro-Fahrzeugen sollte die Gemeinde über die vier bereits existierenden Zapfsäulen weitere Stromtanks errichten und eine gute Infrastruktur für E-Mobiltät schaffen, so Grünen-Sprecher René Bongartz. Zumal, so der Grüne, die öffentliche Hand mit Ladesäulen Gewinn machen kann, der in andere Projekte gesteckt werden kann. Verwaltung und Bürgermeister zeigten sich dieser Idee gegenüber aufgeschlossen: Das Rathaus hat mit den Gemeindewerken bereits einige Säulen in Sachen E-Mobilität gesetzt und gegenüber den Nachbargemeinden nach eigenem Bekunden die Nase vorn.

"Es wäre unklug, sich nicht zumindest schlau zu machen, was in Sachen E-Mobilität auf uns zukommt und welche Chancen wir haben", sagte Bürgermeister Frank Gellen (CDU). Der gleiche Mut, den die Gemeinde in Sachen Glasfaserausbau bewiesen habe, müsse auch bei E-Mobilität greifen.

"Wir sollten keine E-Tankstellen bauen, aber unsere Gemeindewerke begleiten und Angebote einholen", sah Klimaschutz-Managerin Denise Lange eine Chance für die Stärkung der Nah-Mobilität. Reizend sei auch die Aussicht auf eine 80-prozentige Förderung der Ladestationen von Vater Staat.

Für die Schaffung einer Infrastruktur spricht aus Sicht von Daniel van den Broek (UBW) die Möglichkeit, "damit vielleicht Geld zu verdienen". Kritisch hinterfragten SPD, FDP und AWB den Vorstoß, im großen Stil öffentlich promotete Ladestationen zu etablieren. Es könne nicht Aufgabe der Verwaltung sein, Autos mit Energie zu versorgen, so die Sozialdemokraten. In den Niederlanden und auch in Moers sehe man viele private Strom-Zapfstellen - Zeichen dafür, dass die private Hand Gewehr bei Fuß steht, hier zu investieren. "Da müssen wir die Finger raus lassen. Das wird der Markt regulieren", warnte Dirk Hufschmidt (FDP).

Rolf Gersemann von der AWB war sich nicht sicher, ob der Bedarf an E-Stationen tatsächlich so groß wird wie von den Grünen geschildert, weil auch andere Energieträger wie Wasserstoff auf dem Vormarsch seien. Die öffentliche Hand sollte sich hüten, hier die freie Wirtschaft rechts überholen zu wollen. Selbst aus der CDU kamen Nachfragen, wer den Preis an der Stromtankstelle bestimmt und wer haftet, wenn etwas passiert.

(kuek)