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Brüggen: Zwergkaninchenhof feiert zehnjähriges Bestehen

Brüggen : Zwei Löffel und eine Blume

Seit zehn Jahren beschäftigt sich Anja Pitton mit Kaninchen. Angefangen hat sie im Garten ihres Vaters, doch das reichte schnell nicht mehr. 2014 kaufte Pitton dann den Hof in Brüggen.

300 Zwergkaninchen tummeln sich auf Anja Pittons Hof herum. Die 1200 Quadratmeter große Anlage in Brüggen bietet alles, was ein Kaninchen braucht. „Die Tiere hier sind ganz entspannt“, sagt die Tierliebhaberin. Seit zehn Jahren führt sie nun schon die Zwergkaninchenzucht, Notstation und Pension. Im kommenden Monat gibt es deswegen auch eine Jubiläumsfeier mit verschiedenen Angeboten.

„2009 hat alles bei Papa im Garten angefangen“, erzählt sie. Nach der Schule hat sie direkt hauptberuflich gestartet, die Zwergkaninchenzucht zu führen. 2014 kaufte sie sich schließlich den Hof in Brüggen. Mittlerweile gibt es neben der Zucht auch einen Verkaufsraum, in dem zum Beispiel tiergerechte Ställe angeboten werden.

Zu den verschiedenen Zuchtrassen gehören Zwergenwidder, Weißohrwidder, Farbenzwerge und Löwenköpfe. Die Zwergenwidder sind die größte und zutraulichste Zwergkaninchenart. Ein besonderes Angebot ist auch die „Pension Happy“. Wenn die Besitzer in den Urlaub fahren, können sie ihre Kaninchen bei Pitton abgeben.

Dabei gibt es drei verschiedene Stallgrößen. Neben den Standard Komfortställen gibt es die doppelten Delux-Ställe und sechs „Villen“. In diesen können bis zu sechs Zwergkaninchen wohnen. Den Pensionsvertrag muss man vorher buchen und kann dann sicher sein, dass es den Tieren gut geht.

„Wir geben die Kaninchen nie alleine, sondern nur mindestens zu zweit ab“, sagt die Expertin. Das liege daran, dass Kaninchen Zuneigung von Artgenossen bräuchten, die ihnen kein Mensch geben kann. „Sonst kann es vorkommen, dass die Kaninchen verhaltensgestört werden“, erklärt sie. Pitton hat sich das meiste Wissen selbst angeeignet. Durch ihre jahrelange Erfahrung hat sie auch ein eigenes Futter zusammengestellt.

„Unser Futter ist naturnah“, erklärt sie. Besonders wichtig ist ihr auch, dass alle Tiere vor dem Kauf durchgeimpft sind und einen Mikrochip haben. „Durch den Chip können die Kaninchen nicht ausgesetzt werden“, sagt Pitton.

Eine feste Aushilfe ist neben Pitton bis zu viermal die Woche auf dem Hof. Anna-Lena Linßen hatte eigentlich nur für kurze Zeit neben ihrer Ausbildung bleiben wollen, aber sie ist mittlerweile schon seit vier Jahren Bestandteil des Teams. Auch die 14-jährige Naomi, Pittons Nichte, hilft ihrer Tante. „Ich habe einen sehr starken Bezug zu Tieren“, sagt die Schülerin, „beruflich will ich später gerne etwas in diese Richtung machen.“

Pittons Lebensgefährte Michael Paulsen unterstützt sie ebenfalls nach seiner Arbeit bei allen Aufgaben, die anstehen. Mittlerweile hat sie sich einen großen Kundenstamm aufgebaut. „Sogar Stars gehören zu unseren Kunden“, verrät sie. Sie kann stolz behaupten, die größte Zwergkaninchenstation Deutschlands zu besitzen. „Letztens kamen sogar Kunden aus Norwegen und mussten 48 Stunden zurückfahren“, so Paulsen.

Im Vordergrund steht bei ihr das Tierwohl und ein gewissenhafter Kauf. „Bei uns gibt es immer eine Beratung dazu“, erklärt sie. Das unterscheide sie von Geschäften, in denen die Tiere für wenig Geld einfach weggeben werden. „Die Leute, die bei uns kaufen, haben sich dann im Vorfeld auch Gedanken gemacht.“ Deshalb gibt es auch nicht wie bei anderen Züchtern oder Zoogeschäften eine erhöhte Rückgabe um Ostern oder Weihnachten.

Gerade passend zur Frühlingszeit gibt es auch die ersten kleinen Osterkaninchen. Sie sind erst ein paar Tage alt und liegen noch nackt und fest eingemummelt in ihren Nestern. „Nach ungefähr 14 Tagen werden die Kaninchen schon neugierig und erkunden ihre Umgebung“, erzählt Pitton. Nach zehn Wochen stehen die kleinen Kaninchen aber erst zum Verkauf. Rebecca Dormels