Brüggen: Werstoffhof kommt, aber ohne den Kreis

Abfallsystem in Brüggen : Wertstoffhof kommt, aber ohne Kreis

Der Ausschuss für Natur- und Umwelt hat der probeweisen Errichtung zugestimmt. Allerdings wird der Vertrag direkt mit der Entsorgungsfirma geschlossen, ohne Beteiligung des Kreises Viersen. Der Hof hat auch Auswirkungen auf die Containersituation.

„Das Thema beschäftigt die Gemeinde nun seit fast fünf Jahren“, sagte Dieter Dresen, Fachbereichsleiter Bauen und Ordnung, „und man hat das Gefühl, wir sind bislang nicht richtig weitergekommen.“ Jetzt ist aber fast sicher: Der Wertstoffhof in Brüggen kommt. Zunächst aber erst einmal für zwei Jahre auf Probe. Einem entsprechenden Beschluss stimmte der Ausschuss für Natur und Umwelt in seiner jüngsten Sitzung einstimmig zu. Die finale Genehmigung in der Ratssitzung am 2. April ist die letzte Hürde.

Dass ein Wertstoffhof sinnvoll ist und kommen werde, war seit Längerem klar. Zu klären war lediglich noch, ob die Gemeinde Brüggen direkt mit der ortsansässigen Entsorgungsfirma Lankes zusammenarbeiten will oder dem Kreis Viersen die Entsorgungsaufgaben übertragen sollte. Dafür hätte eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung geschlossen werden müssen. Die Firma Lankes wäre auch bei letzterer Variante weiter als Partner an Bord. Und in beiden Fällen müsste die Verwaltung die Leistung nach der Probezeit wieder ausschreiben.

In der jüngsten Sitzung entschieden sich sowohl Verwaltung als auch die Fraktion dagegen. „Wir würden den Wertstoffhof in diesem Fall mit Haut und Haaren übergeben“, warnte Dresen. Der vorgeschlagene Vertrag vom Kreis würde über eine Dauer von 20 Jahren laufen, die Gemeinde allerdings jeden Einfluss darauf verlieren, „in welcher Form das Einsammeln der Abfälle im Bringsystem erfolgt“. Die große Sorge: „Der Kreis hätte die Möglichkeit“, so Dresen, „den Hof anderswo umzusiedeln – auch außerhalb der Gemeinde“, sollte er in Bracht nicht angenommen werden. Im schlimmsten Fall müssten Brüggener Bürger beispielsweise nach Nettetal, um ihren Müll zu entsorgen, so Dresen. „Das ist aus unserer Sicht keine Sache, die man Brüggener Bürgern zumuten kann.“ Die Verwaltung empfahl, diese Zusammenarbeit abzulehnen.

„Wir können dem nur Zustimmen, den Hof ohne den Kreis zu betreiben“, sagte Andreas Bist (FDP). Joachim Voigt (CDU) bedankte sich bei der Verwaltung: „Großes Lob für die Verwaltung. Wir begrüßen es, direkt mit der Firma Lankes zu arbeiten.“ Auch die Grünen stimmten zu. Daniel van den Brock (UBW) stimmte zu und regte an, dass „die Leute gezielt und aktiv über das Angebot informiert werden müssen“.

Der Beschluss des Ausschusses für Natur und Umwelt für den Wertstoffhof beinhaltet zudem noch weitere Vorgehensweisen nach der Errichtung: So werden alle Altpapiercontainer abgezogen, die Containerstandorte für Altpapier, Altglas und Altkleider am Nikolausplatz in Brüggen sowie an der Heidhausener Straße in Bracht werden vollständig aufgegeben. „Auch die Sammelstellen für Elektrogeräte am Bauhoff und an den Gemeindewerken werden aufgelöst und durch den Wertstoffhof ersetzt“, erklärte Dresen. Bereits nach dem ersten Probejahr werden die Erfahrungen im Ausschuss besprochen. „So können wir im Fall der Fälle frühzeitig gegensteuern“, sagte der Fachbereichsleiter Bauen und Ordnung. „Der Ausschuss hat innerhalb der Probezeit alle Möglichkeiten zu korrigieren“, stimmte Uli Siebert (Grüne) zu.

Trotzdem sind noch nicht alle Fragen geklärt – beispielsweise zu welchen Uhrzeiten die Brüggener denn ihren Müll entsorgen können. „Die Öffnungszeiten sind eine ganz essentielle Angelegenheit“, sagte Siebert. „Der Wertstoffhof muss auf jeden Fall samstags offen haben, damit die Bürger auch wirklich die Chance haben“, ergänzte er. Dazu konnte die Verwaltung noch keine finalen Angaben machen: Über Öffnungszeiten sei bereits gesprochen worden, so Dresen, „aber bislang ist noch nichts verschriftlich“. Das solle aber bis zur nächsten Sitzung im Oktober geschehen.