Brüggen: Waldbrandstreifen kontrollieren auch Seen

Brüggen : Waldbrandstreifen auch an Seen

Das Regionalforstamt Niederrhein hat eine Verordnung zur Waldbrandverhütung erlassen. Die Feuerwehren und Verwaltungen sind in ständiger Bereitschaft: Schon eine Glasscherbe oder eine Kippe könnte einen Brand auslösen

Bei der aktuell hohen Waldbrandgefahr sind die Freiwilligen Feuerwehren und die Verwaltungen des Westkreises in ständiger Alarmbereitschaft. In Brüggen setzten sich Bürgermeister Frank Gellen (CDU), Dieter Dresen und Thomas Jäger als Verwaltungsleiter mit Gemeindebrandinspektor Marcel van Montfort zusammen und erarbeiteten eine Checkliste.

Das Regionalforstamt Niederrhein hat eine ordnungsbehördliche Verordnung zur Waldbrandverhütung erlassen, teilt Carolin Schlechter vom Regionalforstamt Niederrhein mit. Diese Verordnung schränkt das Betreten des Waldes nur noch auf feste Wege ein und gilt für den gesamten Bereich des Regionalforstamtes. Das wird vor allem diejenigen treffen, die die Seen entlang der Schwalm als bevorzugten Aufenthaltsort auserkoren haben. Meist sind die Buchten dort nur über Trampelpfade erreichbar.

Die Burggemeinde hat vor allem den Dahmensee dabei im Blick. „Menschen, die bei diesen Temperaturen verständlicherweise dort Erholung suchen, werden – falls sie dort grillen oder rauchen – mit Bußgeldern rechnen müssen. Bei Uneinsichtigkeit werden wir bei der aktuellen Gefahrenlage mit Polizeiunterstützung durchgreifen“, so Bürgermeister Frank Gellen. Er spricht von Bußgeldern von 80 Euro für Rauchen im Wald bis hin zu 2.500 Euro für Grillen am offenen Feuer. Im Wald gilt von März bis Oktober ohnehin gesetzliches Rauchverbot.

Seit Wochen hat die Freiwillige Feuerwehr der Burggemeinde schon täglich von 11 bis 19 Uhr Kontroll-Einsatzfahrten mit dem Motorrad durch den Brüggener Wald geleistet. Ab Montag werden Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung von 11 bis 15 Uhr mit dem Elektroauto Kontrollfahrten gerade auch im ehemaligen Depot unternehmen. Von 15 bis 19 Uhr übernimmt die Freiwillige Feuerwehr die Waldbrandstreife. „Wir haben erkannt, dass die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute nicht überstrapaziert werden dürfen und wir sie unterstützen müssen. Aus Sicht der Feuerwehr müssen wir das bis Ende August so durchziehen“, so Gellen.

Hier in der Region wachsen viele Kiefern, die durch ihre ätherischen Öle brennen wie Zunder. Eine Glasscherbe kann schon einen Brand auslösen, wenn das Sonnenlicht darauf fällt. Ein auf einem Waldweg parkendes Autos kann durch einen heißen Katalysator, der beispielsweise trockene Gräser berührt, einen Großbrand auslösen. Eine achtlos weggeworfene Kippe – die Glut reicht, um ein Feuer zu entzünden.

Marcel van Montfort blickt positiv auf das Gespräch zurück, da die Freiwillige Feuerwehr nun auch durch das Ordnungsamt Entlastung erfährt. Er warnt aber auch, dass die Brandgefahr nach einem möglichen Gewitter noch nicht vorbei sei: „Der Boden ist so hart und trocken, wenn jetzt ein Platzregen kommt, sind wir wieder im Spiel“, sagt er. Denn so schnell kann der Boden den Regen nicht aufnehmen, die Oberfläche wird weggeschwemmt, das Wasser wird sich Wege suchen, um abzufließen. Die Westkreiskommunen seien im regen Austausch untereinander und würden sich unterstützen: „Ab nächster Woche werden wir Montag, Dienstag und Mittwoch Niederkrüchten bei der Waldkontrolle unterstützen“, teilt Schwalmtals Gemeindebrandinspektor Dirk Neikes mit.

Auch die Feuerwehr aus Willich unterstützt die Niederkrüchtener Wehr bei der Waldbrandstreife. Andre Erkens, Gemeindebrandinspektor von Niederkrüchten: „Wir haben das Gemeindewaldgebiet in drei Bereiche aufgeteilt und fahren mit dem Ordnungsamt täglich mehrmals Streife am Venekotensee.“ Auch an dieser Stelle habe man diejenigen im Blick, die trotz Warnung immer noch meinen, am offenen Feuer grillen zu müssen, sagt Erkens.