Brüggen: Theaterkursus überzeugt beim Finale mit Tschechow

Brüggen: Theaterkursus überzeugt mit Tschechow

Zur Endpräsentation der Sommerschauspielschule Niederrhein-Theater überzeugten Schüler mit ihrem Spiel zu Szenen aus Tschechows Werk. Zur Bühnenausstattung gehörten dabei nur Stühle

Es war ein heißer Sonntag, und doch fiel auf, dass die Darsteller zur Endpräsentation der Sommerschauspielschule vom Niederrhein-Theater durchweg barfuß auftraten.

Vielleicht lag es auch gerade am unmittelbaren Kontakt zum Bühnenboden, dass die Bodenhaftung der jungen Akteure im Kultursaal der Burg Brüggen durchweg stimmig zum Ausdruck kam. Es sei der ausdrückliche Wunsch der Schauspielschüler gewesen, ohne Schuhe und Strümpfe aufzutreten. Dabei seien sie anfangs einer derartigen Aufforderung bei Übungen zu Bodenhaftung und Körpergefühl erst zögerlich nachgekommen, verriet im Nachhinein Verena Bill. Die Schauspielerin und Dozentin des Niederrhein-Theaters hatte in einem zehntägigen Kursus gemeinsam mit Michael Koenen die Gruppe mit Übungen, Gruppen-Improvisationen und szenischem Spiel in verschiedene Bereiche der darstellenden Kunst eingeführt. 100 Teilnehmer haben sie bislang auf diese Art unterrichtet. Zur Endpräsentation war der Saal gut gefüllt und das Publikum altersmäßig vom Kind bis zum Senior durchmischt. Das Ensemble der Sommerschauspielschule stellte sich zunächst mit Körperübungen und Textimpulsen zur gemeinschaftlichen Choreografie sowie mit Einzelsätzen in verschiedenen Emotionen vor. Hierbei standen Ana-Maria Voicu, Hannah Neumann, Laura Bojcun, Nick Lennart Nemitz, Timo Hurtmann, Acelya Ergin, Alwin Gonia und Maximilian Kamps gemeinsam auf der Bühne. Anschließend zeigten sie ihr neu erworbenes Können in kurzen Szenen mit kleinen Besetzungen von bis zu drei Personen. Vereinzelt bezogen sie den Raum vor der Bühne mit ein. Auf dem Programm standen in Ausschnitten Originaltexte aus Tschechows Werken „Die Möwe“, „Der Kirschgarten“, „Drei Schwestern“ und das frühe Drama „Platonov“. Bei den szenischen Darstellungen verließen sich die Jungdarsteller vollkommen auf ihr Spiel: Die Bühnenausstattung war nur auf Stühle beschränkt. Musikeinspielungen grenzten die dargestellten Monologe und Dialoge voneinander ab und gaben Zeit, die Positionen einzunehmen. Das bewegte Spiel mündete häufig in dem kurz festgehaltenen Moment, der den Abschluss einer Situation hervorhob. Laura zum Beispiel stellte in wechselnden Rollen überzeugend Trauer, Verliebtheit, Verzweiflung und aufbrausendes Temperament dar. Maximilian gab den energischen Geschäftsmann wie auch den einfühlsamen Freund. Timo meisterte im umfangreichen Monolog glaubwürdig die Emotionen des Verliebten. Am Ende ernteten alle Darsteller viel Beifall, Lob von den Dozenten und eine Teilnehmerurkunde.