Angebot in Brüggen Wasser-Tester finden häufig gesundheitsschädliche Belastungen

Brüggen · Ein Planschbecken aus einem Grundwasserbrunnen befüllen oder das Gemüse mit Wasser aus der eigenen Quelle begießen, mag preiswert sein. Doch oft sind Schadstoffe darin. In Brüggen kann man das jetzt prüfen lassen.

Heinz-Theo van Wickeren (links) und Harald Gülzow (rechts) untersuchen eine Brunnenwasserprobe im Labormobil vom VSR-Gewässerschutz.

Heinz-Theo van Wickeren (links) und Harald Gülzow (rechts) untersuchen eine Brunnenwasserprobe im Labormobil vom VSR-Gewässerschutz.

Foto: Ruben Wiltsch

Wer auf seinem Grundstück einen Brunnen betreibt und wissen will, wie es um die Wasserqualität bestellt, kann das Montag, 17. Juni, auf dem Nikolausplatz in Brüggen testen lassen. Der Verein VSR-Gewässerschutz kommt mit seinem Labormobil und untersucht Wasserproben. Den in den Kommunen des Kreises immer wieder mal angebotenen Service haben in den vergangenen Jahren nach Angaben des Vereins schon 746 Brunnenbesitzer genutzt. Sie wollten wissen, ob ihr Brunnenwasser zum Befüllen eines Planschbeckens oder zum Gemüsegießen geeignet ist. Manche interessierten sich auch dafür, ob das Wasser getrunken werden kann. Und davon ist in vielen abzuraten.

Der VSR-Gewässerschutz stellte bei den Untersuchungen im Kreis Viersen in vielen Wasserproben Belastungen fest, die zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung führen können: Nitrate, Pestizide und weitere Stoffe verschmutzen das Grundwasser. Auch können durch verschiedene Einflüsse Krankheitserreger ins Wasser geraten. „Durch die Messkampagne möchten wir Gartenbesitzer bei der Nutzung des Brunnenwassers unterstützen. Der Verbrauch des kostbaren Leitungswassers im Garten muss dringend gesenkt werden“, sagt Heinz-Theo van Wickeren.

Eine Untersuchung von Nitrat-, Säure- und Salzgehalt einer Probe im Labormobil kostet zwölf Euro. Wenn das Analyseergebnis vorliegt, erhalten die Brunnenbesitzer Auskunft, was eine Belastung für die Nutzung des Wassers bedeutet. Gegen Aufpreis kann das Wasser auch auf weitere Schadstoffe untersucht werden. „Brunnenbesitzer erfahren durch diese ergänzenden Untersuchungen, ob das Wasser zum Gemüsegießen, zum Planschbeckenbefüllen oder zum Trinken geeignet ist“, erklärt Harald Gülzow vom Verein VSR-Gewässerschutz.

Die ausführlichen Gutachten werden mit der Post zugesandt. Damit die Ergebnisse auch aussagefähig sind, sollten zur Probenahme und zum Transport Mineralwasserflaschen zu nutzen. Besonders geeignet sind dabei bis zum Rand gefüllte 0,5 Liter-Flaschen aus Kunststoff.

Bei der Auswertung der in vergangenen sechs Jahren untersuchten Proben ist Gülzow aufgefallen, dass 36 Prozent davon den Nitratgrenzwert für Trinkwasser von 50 Milligramm pro Liter überschritten. Sein Fazit zu den Bakterienergebnissen: „Da 24 Prozent der Brunnen eine deutliche Belastung mit coliformen Keimen aufweisen, können wir nur raten, bei der Nutzung des Brunnenwassers eine Untersuchung auf Bakterien durchführen zu lassen.“ Recherchen des Teams des VSR-Gewässerschutz haben ergeben, dass durch die Starkregenfälle in den letzten Jahren die Bakterienbelastung zugenommen hat.

(hh)