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Brüggen: So soll die Borner Straße umgestaltet werden

Verkehr in Brüggen : Die Borner Straße soll sicherer werden

Verkehrsberuhigung und mehr Sicherheit für Radler: Das soll das neue Konzept für die vielbefahrene Borner Straße bringen. Der Start des rund 2,1 Millionen Euro teuren Umbaus hängt davon ab, wann die Gemeinde Fördermittel erhält.

  Die Quadratur des Kreises haben sie nicht hinbekommen. Aber die Mitglieder im Brüggener Bauausschuss haben in einer Sondersitzung einen guten Kompromiss für die Umgestaltung der Borner Straße auf den Weg gebracht. Einstimmig bei einer Enthaltung fiel die Entscheidung, die vom Planungsbüro Fischer Teamplan vorgestellte Lösung für die Meile zwischen Bundesstraße 221 und Ortskern zu realisieren.

„Wir haben in der Arbeitsgruppe die verschiedenen Interessensgruppen berücksichtigt““, sagte Ausschussvorsitzender Thomas Schmidt (CDU) eingangs: Anwohner, Geschäftsleute, Handel und Märkte. In der AG sitzen Politiker, Verwaltungs- und Behördenvertreter und weitere Interessengruppen. Zielvorgabe war, die Innenstadt mit ihrer Fußgängerzone mit den Geschäften 500 Meter weiter östlich der Borner Straße zur B221 hin zu verbinden. Attraktiv, sicher, genügend Parkplätze, viel Grün, Platz für Bushaltestellen und Anlieferfahrzeuge –– das sind nur einige der Wünsche, die die Nutzer der Borner Straße der Arbeitsgruppe in den Block diktiert haben.

Im Frühjahr 2018 hatte der Brüggener Rat sich für die anspruchsvollere Variante der Umgestaltung entschieden und das Büro Fischer Teamplan an die Planung gesetzt. „Im Fokus hat die Beruhigung und Sicherheit des Verkehrs  gestanden, vor allem der Radfahrer“, sagte Thomas Schmidt mit Blick auf 1200 Fahrzeuge pro Stunde zur Stoßzeit.

Auf der Borner Straße ist es in der Vergangenheit immer wieder auf dem separaten Radweg, der für beide Richtungen gilt, zu Unfällen mit Zweirädern gekommen, weil die Radler nicht im Sichtfeld der Autofahrer waren.

Fischer-Teamplaner Jens Klähnhammer stellte detailgenau eine Ausarbeitung vor. Im Mittelpunkt stehen Radfahrstreifen, die auf der Fahrbahn markiert sind und den Autofahrern signalisieren: Das ist der Hoheitsstreifen für Radler! Ansonsten wird der als „Stadtstraße“ deklarierte Abschnitt etwas breiter. Es gibt Querungshilfen, Buchten, Ladezonen, neues Grün, weitgehend Tempo 30 und Überbrückungshilfen für Radler auf den Gefahrpunkten der beiden Kreisverkehre.

Die Kosten bezifferte Klähnhammer vorsichtig mit 2,1 Millionen Euro. Nach seiner Schätzung wird die gesamte Umbaumaßnahme 15 bis 18 Monate dauern. Der Start hängt davon ab, welche Fördertöpfe die Gemeinde Brüggen bei diesem Vorhaben nutzen könnte. Sowohl beim Grün als auch bei den Parkplätzen ist der Saldo positiv, der Baumbestand steigt von aktuell 17 auf 23.

Politiker aller Fraktionen lobten die gute Arbeit von Planungsbüro und AG. „„In dieser größten Straßenbauplanung der vergangenen Jahre ist alles Wesentliche berücksichtigt““, sagte Winfried Goertz (CDU). „Die Aufwertung der Borner Straße tut unserer Gemeinde gut und stärkt die Altstadt““, so Daniel van den Broek von der UBW. Andreas Bist (FDP) erkundigte sich mit Blick auf die in der Sitzung zahlreich erschienenen Anwohner nach den Anliegerbeiträgen. „„Dazu können wir seriöserweise noch nichts sagen““, erklärte Dieter Dresen vom Fachbereich Planung/Bauen/Technik. Die Gespräche mit den Versorgungsträgern stehen als nächstes an, wie der Zustand von Leitungen bezüglich Strom und IT sowie von Kanalanschlüssen ist. Rolf Gersemann kündigte für die AWB an, das Paket Borner Straße mitzutragen, forderte aber auch Nachhaltigkeit für die nächsten Jahrzehnte ein.

Für die Grünen kritisierte Ulrich Siebert, dass die Bäume am Gesundheitszentrum fallen sollen. Dresen machte deutlich, dass die Bäume dort in keinem guten Zustand sind: „Die Baumscheiben sind viel zu klein bemessen, weswegen die Bäume bereits Vergreisungserscheinungen zeigen.“ Siebert stellte die Notwendigkeit eines Parkplatzes gegenüber Haus Mesterom in Frage und verwies auf die vorhandene Tiefgarage, die noch zu wenig genutzt werde.

Die Planer haben die Borner Straße unterteilt.  Für den ersten Abschnitt wurden verschiedene Farben vorgeschlagen. Foto: Fischer
So sieht der Radweg im ersten Abschnitt der Borner Straße heute aus. Unfälle mit Radlern gab es auf der vielbefahrenen Strecke einige. Foto: Daniela Buschkamp
So sieht der zweite Abschnitt der Borner Straße in Höhe Lidl heute aus. Ein eigener Radweg fehlt. Foto: Daniela Buschkamp

Im Ergebnis okay“, lautete das Fazit von Karl-Heinz Kellerhoff, einem der Brüggener Behindertenbeauftragten, mit Blick auf die künftige Barrierefreiheit der Borner Straße. Nachdem Politik und Verwaltung diesen zweijährigen Prozess vorerst abgeschlossen haben, sind jetzt wieder die Brüggener gefragt. Demnächst lädt die Gemeinde die Bürger zu einer Informationsveranstaltung ein.