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Brüggen: Schönheitskur für den Kreuzherrenplatz

Brüggen : Schönheitskur für den Kreuzherrenplatz

Einer von Brüggens zentralen Plätzen soll schöner und barrierefrei werden. Geplant sind unter anderem ein Ausgleich der Kante, ein Brunnen, neue Bänke und neue Bäume. Das sind die markantesten Veränderungen.

Der Kreuzherrenplatz soll aufgehübscht werden. Dazu hat Landschaftsarchitekt Joachim Scheller von der Planungsgruppe Scheller aus Niederkrüchten jetzt drei Entwürfe vorgelegt. Schellers Büro kennt sich aus mit Platzgestaltung: Es hatte sich auch um den Bischof-Dingelstadt-Platz in Brüggen-Bracht gekümmert.

„Der Kreuzherrenplatz ist Brüggens Veranstaltungsplatz. Dort finden etwa die Büchermärkte, das Streetfood-Festival oder das Pfingstfest statt“, erläuterte Brüggens Wirtschaftsförderer Guido Schmidt beim Ortstermin. Überlegungen, den Platz attraktiver zu machen, habe es schon mehrfach gegeben, zuletzt vor rund sieben Jahren. Damals gab es ein Konzept von Manuel Uebbing sowie einen Vorschlag von CDU und Bündnisgrünen. Dies war auch die Basis für die neuen Entwürfe.

Warum soll der Platz umgestaltet werden?

Laut Guido Schmidt seien dabei mehrere Aspekte entscheidend: Zum einen soll der Kreuzherrenplatz gut und sicher zu überqueren sowie für Veranstaltungen zu nutzen sein. Zum anderen soll er – anders als heute – in Richtung Fußgängerzone und Klosterstraße offener gestaltet werden. Deutlich sichtbar ist etwa die Kante zur Klosterstraße, die nicht nur zur Stolperfalle werden könne: Sie verhindere auch die Barrierefreiheit. Laut Landschaftsarchitekt Joachim Scheller ist auch das alte Pflaster nicht in einem guten Zustand. „Der blaue Basaltstein ist wertvoll; ihn werden wir auf jeden Fall wiederverwenden“, sagte er. Aber er müsse neu verfugt werden. Ein weitere Schwierigkeit stellen die Bäume dar: Die Wurzeln des Spitzahorns durchziehen mittlerweile eine große Fläche.

Wodurch unterscheiden sich die drei Varianten von Joachim Scheller?

„Als ich vor der barocken Fassade des früheren Klosters stand, war ich beeindruckt“, schilderte Joachim Schiller. Dieses markante historische Gebäude präge den Kreuzherrenplatz – und solle deswegen auch seine Entwürfe prägen. Allen drei Vorschlägen gemeinsam ist ein neues Pflaster. Vor dem Haupteingang des Rathauses wird ein Teppich aus dem alten, blauen Basaltstein gelegt, umrandet von grauem Betonpflaster, das sich bis zur Fußgängerzone erstreckt. Die Varianten unterscheiden sich in der Pflasterung: In den ersten beiden ist der Pflasterteppich durchgehend; in der dritten ist der Pflaster-Teppich durch Betonwege durchkreuzt. Diese würden laut Scheller die Nutzung des Platzes für Menschen einfacher machen, die auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind?

Wie wird sich der Baumbestand verändern?

Die markante Buche bleibt von der Umgestaltung unberührt. „Die Buche ist ein empfindlicher Baum. Sie muss geschützt werden“, sagte Scheller. Dies könne etwa durch eine Sitzumrandung geschehen. Der Spitzahorn werde voraussichtlich gefällt; er sei nicht mehr gesund. Der Eingangsbereich des Rathauses könne durch zwei Portalbäume aufgewertet werden. Auch die übrigen Ahornbäume auf den Platz sollen entfernt und durch andere Bäume ersetzt werden, die für den Standort geeigneter sind. Sowohl über die Art des Betonpflasters als auch über das Aussehen der neuen Bäume müsse laut Scheller noch entschieden werden.

Welche weiteren markanten Veränderungen enthalten die Entwürfe?

Einen Brunnen/Wasserspiel, eine neue LED-Beleuchtung, neue Sitzmöbel und Versorgungskästen wie am Bischof-Dingelstadt-Platz sowie neue Sitzmöbel. Langfristig sei auch über die Gestaltung der Treppen nachzudenken, so Joachim Scheller.

Was soll das kosten?

Für die erste Variante liegen die geschätzten Kosten bei 300.000 Euro, für die dritte Variante bei rund 590.000 Euro.

Gibt es Fördermöglichkeiten?

Im Haushalt 2019/20 stehen rund 165.000 Euro für die Umgestaltung zur Verfügung. Weiterhin will sich die Gemeinde um Fördergelder bewerben, etwa zur Dorferneuerung. Dabei werden 65 Prozent der zuschussfähigen Kosten übernommen, maximal 250.000 Euro. Die nächste Möglichkeit, einen Antrag zu stellen, ist am 30. September 2020. Allerdings würde sich die Gemeinde selbst Konkurrenz machen. Denn sie hat sich bereits mit der Umgestaltung der Altkevelaer Straße beworben. Dies plant sie auch für das Pfarrheim in Brüggen-Born, das zum Dorftreffpunkt erweitert werden soll.

Wie geht es weiter?

Joachim Scheller hat seine Pläne den Politikern im Ausschuss für Bauen und Klimaschutz vorgestellt. Jetzt sollen die Fraktionen darüber beraten. Wirtschaftsförderer Guido Schmidt zufolge sollen außerdem noch Gespräche mit den Gastwirten und Geschäftsleuten in der Fußgängerzone folgen.