Brüggen: Neuauflage für das Patschel-Buch

Figur von Brüggener Autor : Patschel bekommt Neuauflage

Das Buch von Heinrich Malzkorn über die berühmte Otterdame wird im Sommer neu aufgelegt. Etwa 160 kleine Bilder und zusätzliche Erklärungen sollen dann die Geschichten ergänzen. Initiator ist der Brüggener René Bongartz.

1949 erschien das von dem Brüggener Lehrer Heinrich Malzkorn herausgegebene Buch „Patschel“. 70 Jahre später soll der Roman über die kleine Otterdame und ihren Gefährten Dreilauf nochmal aufgelegt werden. Inzwischen genießt die Figur des Patschel Kultstatus.

In diesem Jahr feiert das Werk sogar gleich doppeltes Jubiläum: Vor inzwischen sieben Jahrzehnten erschien der Roman erstmals. Außerdem spielen die Geschehnisse rund um die Otterdame im Tal der Schwalm im Jahr 1929 – also vor 90 Jahren.

Bürgermeister Frank Gellen und René Bongartz (Grüne). Foto: Birgit Sroka

Der Brachter René Bongartz hatte im Jahr 2011 aus heimatkundlichem Antrieb das Buch Patschel mit in den Urlaub genommen und begann, den in Fraktur geschriebenen Text aus der Originalausgabe abzuschreiben. Er versuchte 2012, Angehörige des 1980 verstorbenen Autors Heinrich Malzkorn zu finden, was ihm aber nicht gelang.

Über zwei alte Artikel aus der Rheinischen Post fand er Informationen zu Elfriede Miltzow, die 2008 an der Einweihung des Patschelbrunnens in Born teilnahm. Die damals 84-Jährige ist die Schwester von Ilse Miltzow-Malzkorn. Damit eine Neuauflage des Niederrhein-Romas möglich wird, übertrug die Seniorin die Verwertungsrechte an dem Buch über René Bongartz an die Gemeinde Brüggen. Eine entsprechende Urkunde überreichte Bongartz an Bürgermeister Frank Gellen.

Die Otterfamilie war in Schwalmtal, Brüggen, Schwaam und an vielen heute noch bekannten und beliebten Stellen in der Region unterwegs. Viele Bürger helfen nun beim Zusammentragen von Fotos von Gebäuden, Landschaften, Tieren und Gemälden, die in der Neuauflage erscheinen sollen. „Malzkorn schrieb das Buch 1947, die Geschichte spielt aber ab dem Jahr 1929. Rund 160 kleine Bilder, die die Natur und das Leben um die Jahre 1929 bis 1932 erklären, werden den ursprünglichen Text ergänzen“, sagt René Bongartz. Der gelernte Schriftsetzer plant, in der Mitte jeder Seite des Buchs, ein Bild und erklärende Sätze zu ergänzen.

„Malzkorn konnte mit Worten malen, er war ein Künstler. Wie er mit Worten vor dem inneren Auge das Schwalmtal der damaligen Zeit auferstehen lässt, zeugt von großer Genialität“, sagt der Brachter und kommt ins Schwärmen. Man stelle sich die Zeit dann automatisch in Schwarzweiß vor, wie man das von alten Fotografien her gewohnt ist. Malzkorn lasse dann die Farben dazu entstehen. „Er war Jäger, aber da er im ersten Weltkrieg ein Auge verloren hatte, klappte das mit Kimme und Korn beim Schießen nicht mehr gut. Also war er eher als Heger tätig und schrieb sich den Naturschutz auf die Fahne“, erzählt Bongartz. Malzkorn verwende im Text deshalb viele Begriffe aus der Jägersprache oder auch alte Bezeichnungen, zu denen der Brachter Bongartz dann die Erklärungen gesucht hat.

Außerdem führte Bongartz bei der Recherche sein Weg in die Waldnieler Heimatstube zu dem Heimatkundigen Klaus Müller. Bongartz suchte dort ein Bild mit Bartholomäus Rosbach, der das Inselschlösschen am Hariksee errichten ließ.

Der Heimatverein ist ebenfalls noch im Besitz einer Ausgabe des Original-Romans aus dem Jahr 1949 – mit der Originalunterschrift von Heinrich Malzkorn und einem herzlichen Schwalmgruß.

Viele Erklärungen und Hintergrundwissen erfährt der Leser in der Neuauflage auf 30 zusätzlichen Seiten; dazu gehören auch   aktuelle Bilder und alte Zeichnungen oder Fotos.

Das Werk erscheint im Sommer. Schon jetzt stehen die Termine für vier Vorleseabende fest. Vier ehrenamtliche Leser tragen dann einzelne Kapitel aus dem Buch vor und erzählen etwas zu ihrem jeweiligen Spezialgebiet. Beispielsweise berichtet der Borner Paul Offermanns dann über seinen Lehrer und Patschel-Erfinder Heinrich Malzkorn. Die Vorleseabende werden an Originalschauplätzen stattfinden.