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Brüggen: Mehrheit für Bäderkompromiss

Ein neues Hallenbad für Brüggen und Niederkrüchten : Brüggen: Mehrheit für Bäderkompromiss

Wie kann ein gemeinsames Hallenbad mit Niederkrüchten aussehen? Das soll nach der Entscheidung des Brüggener Gemeinderats geprüft werden. Nach Brüggener Ansicht ist der jährliche Zuschuss von einer Million Euro zu niedrig.

Eine deutliche Mehrheit von 30 Stimmen  aus CDU (bei einer Gegenstimme), SPD, Bündnisgrünen und AWB hat sich in der letzten Ratssitzung 2019 dafür ausgesprochen, das Vorhaben eines gemeinsamen Hallenbads mit Niederkrüchten weiterzuverfolgen. Gegenstimmen gab es von der Unabhängigen Brachter Wählergemeinschaft (vier), der FDP (drei) und der CDU (eine). „Damit können wir in die Planung einsteigen“, sagte Bürgermeister Frank Gellen (CDU) zufrieden.

Was hat der Brüggener Gemeinderat konkret beschlossen?

Es ist noch keine Entscheidung für einen Badneubau getroffen worden, sondern lediglich ein Prüfauftrag für ein interkommunales Bad. Dessen Kosten sollen gedeckelt werden. Jede Kommune soll den gleichen Anteil übernehmen. In dieser Prüfung und dem „Ja“ zu einem gemeinsamen Bad sah etwa die SPD eine Chance, auch wenn sie das zunächst vorgeschlagene große Bad favorisiert hätte. CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Schmidt sagte: „Niederkrüchten hat mit dem Freibad noch ein Kind mit in die Bäder-Ehe gebracht, von dem wir nichts wussten.“ Dennoch solle man sich die Möglichkeit eines gemeinsamen Bades erhalten.

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Bleibt es bei der Deckelung von einer Million Euro Zuschuss pro Jahr?

Da ist noch Bewegung drin. Die Mehrheit im Brüggener Gemeinderat sprach sich in diesem Punkt für eine Nachverhandlung mit Niederkrüchten aus. Statt der Maximalsumme von einer Million Euro solle geprüft werden, ob die Deckelung nicht erhöht werden könne. Andreas Bist, dessen FDP-Fraktion gegen den kompletten Beschluss stimmte, erinnerte daran, dass „Niederkrüchten das Freibad an der jetzigen Stelle erhalten will und dafür 200.000 Euro pro Jahr benötigt“. Deshalb seien die avisierten 700.000 Euro gekürzt worden.  Für ihn ein „fauler Kompromiss“. Bist befürwortete eine Lösung, bei der beide Gemeinden 700.000 Euro pro Jahr einbringen. Das Zugeständnis auf 500.000 Euro herunterzugehen, werde es mit der FDP nicht geben. Ähnlich argumentierte René Bongartz (Grüne). Er kritisierte unter anderem, dass man sich von einem Bad, das über die Grenzen beider Gemeinden Strahlkraft habe, verabschiedet habe.

Wo wird das neue Bad gebaut?

Ein Standort soll gesucht werden. Favorit ist bisher das frühere  Brimges-Gelände an der B 221. Das war ein Grund, den Christian Wolters von der UBW für die Ablehnung des gesamten Antrags nannte: „Das Bad ist fußläufig kaum zu erreichen.“ Alle Schüler aus Brüggen, Bracht, Born, Niederkrüchten und Elmpt müssten per Bus „zeitaufwändig, kostenintensiv und ökologisch unerträglich“ transportiert werden. statt eines interkommunalen Bads bevorzugt die UBW ein „gemeindeeigenes, kostengünstiges Lehr- und Sportschwimmbecken“ nahe einer Schule.

Wird es eine Betriebsgesellschaft für das neue Hallenbad und das Freibad geben, das die Gemeinde Niederkrüchten sanieren will?

Diese Möglichkeit soll von der Gemeindeverwaltung Brüggen geprüft werden. Dabei soll bei Interesse die Gemeinde Schwalmtal mit einbezogen werden.

Wird das gemeinsame Hallenbad um eine Saunalandschaft erweitert, die  Brüggen allein betreibt?

Auch dies will die Verwaltung prüfen. Mit einer Sauna soll das Bad attraktiver werden. Laut Frank Gellen habe man dabei auch niederländische Gäste im Blick. Eine Konkurrenz zu einer Sauna in Boerholz,  Dependance eines Mönchengladbacher Unternehmens, sieht der  Bürgermeister nicht, wie er gegenüber der Redaktion erklärte. Anders Christian Walters von UBW: „Es kann nicht sein, dass die Gemeinde unternehmerische Projekte betreibt, die in direkter Konkurrenz zu privaten Unternehmen stehen.“

Warum gab es Kritik an der geplanten Sanierung des Freibads?

Die Gemeinde Brüggen will sich weder am  Erhalt noch am Betrieb  des Freibades in Niederkrüchten am derzeitigen Standort beteiligen. Chancen und Risiken dabei sollen vollständig von Niederkrüchten getragen werden. René Bongartz (Grüne) betonte diesen Punkt: „Sonst schultern wir auch noch Defizite aus Niederkrüchten.“