Brüggen: Brüggen lässt Kasematten instand setzen

Brüggen: Brüggen lässt Kasematten instand setzen

Der Bauausschuss hat ein Unternehmen beauftragt, die Wehranlage für eine touristische Nutzung zu ertüchtigen. Wie teuer das Vorhaben sein wird, ist noch nicht klar. Im Herbst sollen die ersten Ergebnisse sichtbar sein

Die Gemeinde Brüggen ist in Sachen Kasematten an der Burg einen entscheidenden Schritt weiter: In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wurde der Auftrag an ein Unternehmen vergeben, um das unterirdische Wehrgewölbe instand zu setzen und touristisch zu erschließen.

Bereits seit längerem steht fest, dass die unter Denkmalschutz stehende festungsartige Wallanlage an vielen Stellen behutsam aufgearbeitet werden muss - sogar von Einsturzgefahr ist die Rede. Mit der Vergabe hat die Gemeinde ein Signal gesetzt, dass der Burgwall jetzt beherzt in Angriff genommen wird und über das Interreg-Projekt Fördergelder bereit stehen. Fachlich begleitet wird das Interreg-Projekt von Leo Reyrink vom Naturpark Maas-Schwalm-Nette.

"Es geht in erster Linie darum, die Kasematten baulich zu ertüchtigen", sagt Gemeindeplaner Dieter Dresen. Die Sicherung der mittelalterlichen Festung an der Schwalm beschäftigt intensiv nicht nur die Gemeinde, sondern auch Fachleute, Burgenforscher, Denkmalamt und Gutachter. Konsens herrscht darüber, das Bodendenkmal zu erhalten und touristisch zu öffnen.

Das nun beauftragte Unternehmen ist nach Überzeugung von Gemeinde, Rheinischem Amt für Bodendenkmalpflege und einem eingeschalteten Fachbüro in der Lage, all diese Aspekte aufzubereiten und die Kasematten einer guten Zukunft zuzuführen. "Wir haben mehrere Angebote eingeholt und sie auf Qualität, aber auch auf Kosten geprüft", berichtet Dresen.

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Der oberste Planer der Gemeinde verhehlt nicht, dass die Aufbereitung der Kasematten eine "komplizierte und aufwendige" Aufgabe ist, die die Gemeinde über die Interreg-Förderung hinaus nicht nur viel Planungsaufwand und Handwerkerschweiß, sondern auch eine Stange Geld kosten wird. Genauere Zahlen will Dresen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen, weil sich noch etliche Unbekannte in der Herkulesaufgabe verbergen könnten. Bereits im Sommer vergangenen Jahres war im Arbeitskreis die Rede von rund 330.000 Euro für Ertüchtigung, virtuelle Rekonstruktion und Umgestaltung des Burgwalls.

Fest steht, dass die beiden Kasematten ein stückweit von ihrer Traglast befreit werden müssen, die genaue Ursache der Risse erforscht werden und wegen der Belüftung ein zweiter Zugang geschaffen werden muss. Aber auch die Kritzeleien und Skizzen in dem Gewölbe rufen die Forscher auf den Plan und bieten Raum für weitere wissenschaftliche Arbeiten.

Spätestens jetzt, mit der Auftragsvergabe, wird mit Hochdruck an der Kasematten-Umwandlung gearbeitet, sodass man im Brüggener Rathaus davon ausgeht, dass bereits im Herbst dieses Jahres vorzeigbare Ergebnisse präsentiert werden können.

Am zweiten Baustein, der digitalen Aufbereitung, wird ebenfalls getüftelt. Allerdings dürfte hier das Jahr 2019 angebrochen sein, bevor ein Besucher vor den Kasematten steht und sich über eine App per Zugangscode schlau machen kann, wie es in dem Gewölbe aussieht und welche historische Dimension mit den Artillerie-Schießscharten verbunden ist. Keinesfalls, so der Plan, sollten die Kasematten rund um die Uhr für Jedermann geöffnet sein, sondern über Gruppenführungen zugänglich gemacht werden. Dresen: "Das erfordert allein der Sicherheitsaspekt und der Respekt vor der historischen Anlage."

(kuek)
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