Brüggen: Jugend-Netzwerk im Aufbau

Jugendbeteiligung in Brüggen : Jugend-Netzwerk im Aufbau

Zur Sprechstunde mit Brüggens Bürgermeister Frank Gellen (CDU) kamen 21 Jugendliche, darunter vier junge Männer. Fazit: Sie wollen werben, Dinge umsetzen oder anregen – und das möglichst schnell.

Auch die Gruppe der Fridays-For-Future-Aktion (FFF) war dabei. Das Problem: Die jungen Brüggener haben Ideen, aber keine Geduld. Im Gespräch mit Gellen wurde deutlich, dass demokratische Prozesse dauern können. Allerdings stehen jährlich auch 5000 Euro für kleinere Projekte der Jugendlichen bereit. Die müssen entwickelt und benannt werden.

Gellens Vorschlag: Die jungen Menschen sollen eine praktikable Lösung finden, sich zu vernetzen, mögliche Sprecher ausgucken, die jedoch zwingend die Interessen aller vertreten und nicht – wie von einigen befürchtet – nur „ihr eigenes Ding durchziehen“. Vertrauen muss aufgebaut werden, untereinander, aber auch gegenüber Verwaltung und Politik. „Wenn wir viel Zeit investieren, trotz Schule und Hobbys, und einen Antrag formulieren und das dann im Rat diskutiert wird – das sind doch hauptsächlich alte Männer… Woher wissen wir denn, ob sich die Arbeit lohnt?“, fragt eine junge Frau. „Ihr werdet im Rat keine Stimme haben. Den Zahn muss ich Euch ziehen. Entscheiden tun andere“, erklärte Gellen. Rederecht im Rat gebe es für die Jugendlichen nicht, dies sei den gewählten Vertretern vorbehalten.

Gesammelt wurden Themen, wie der Wunsch nach einem Abenteuerspielplatz, nach Treffpunkten mit Sitzplätzen und Regenschutz, nach Mehrgenerationenplätzen. Bessere Infrastruktur, Schokotickets, Unterstützung für Familien, bezahlbare Wohnungen, Umweltschutz, Vandalismus und Müll, aber auch bessere Radwege wurden genannt. Ein besserer Informationsaustausch zwischen Jugendlichen und der Gemeindeverwaltung würde gewünscht, auch ein Medienportal für Jüngere in dem sich Jugendliche untereinander, aber auch mit der Politik und der Verwaltung austauschen können. Ähnlich wie das „Rats-Info-System“.

Gellen hakte nach: „Wie schaffen wir eine vernünftige Diskussion zu den Themen? Wollt Ihr Euch eine Struktur geben?“ Er schlug vor, Themen in einem Jugendforum zu diskutieren, zu Papier zu bringen und durch einen Sprecher dort vortragen zu lassen, etwa regelmäßig im Jugendpflege- und Sportausschuss, dort könnten Vertreter der Jugendlichen Rederecht erhalten. Auch Bürgeranträge könnten jederzeit gestellt werden. Jetzt suchen die jungen Brüggener nach einem Namen. Ein fester Stamm an Mitgliedern soll gebildet werden. Birgit Sroka

(bigi)