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Brüggen: Jörg Knör zu Gast auf Schloss Dilborn

TV-Star in Brüggen : Jörg Knörs Profi-Spiel mit Promi-Stimmen

Jörg Knör wollte sein Publikum in Schloss Dilborn gar nicht gehen lassen – nicht, dass es jemand bei seinem Auftritt am Donnerstagabend eilig gehabt hätte. Dazu war sein Auftritt zu gut.

(busch-) Jörg Knör wollte sein Publikum in Schloss Dilborn gar nicht gehen lassen – nicht, dass es jemand bei seinem Auftritt am Donnerstagabend eilig gehabt hätte. Denn das Multitalent vermochte mehr als zwei-einhalb Stunden mit seinem aktuellen Programm „Comeback des Lebens“ zu fesseln. Und die neuen orangefarbenen Sitzkissen machten nicht nur die Stühle im Kulturforum Schloss Dilborn bequemer, sondern entlockten Knör einiges zu seiner Niederland-Liebe. Gern würde er mal ein komplettes Prgramm auf Niederländisch machen. In Brüggen konnte er schon mal Grenz-Luft schnuppern.

Knör, TV-bekannt aus Sendungen wie „Sieben Tage, sieben Köpfe“ ist für seine Stimmimitationen von Inge Meysel, Udo Lindenberg, Falco, Willy Brandt oder Helmut Schmidt berühmt. Wer ihn aber „Stimmenimitator“ nennt, sorgt bei Knör für Pickel – und untertreibt.

Knör besitzt eine starke Bühnenpräsenz, liebt das flirtende Necken mit den Zuschauern in der ersten Reihe, vermag auch als Sänger zu gefallen und teilt auch gern Persönliches: So plaudert er über den geplanten Umzug in ein Mietshaus, die durchaus innige 25-jährige Verbundenheit zu Techniker Norbert Bonn oder über die Liebe zu seiner Frau, der er das seelenvolle Lied „Herzkaspar“ widmet. Und wie schon der Programmtitel verrät: Seine Sehnsucht, nach der langen Corona-Abstinenz auf einer Bühne stehen zu können, war groß. Und das, obwohl Knör in mehr als 40 Jahren auf vielen Bühnen aufgetreten ist.

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Auch die Warnung von Kultschloss-Gastgeber Hermann Schröder, dass es wegen Corona ein eher familärer Abend werden könnte, vermieste ihm die Bahn-Taxi-Anreise aus Hamburg nicht. Jörg Knör freut sich auf das Jubiläum in Dilborn und hofft, 2023 dazu eingeladen zu werden – auch wenn er bei der Garderobe starken Optimierungsbedarf ausmachte. Über Beifall der und 60 Zuschauer konnte sich Hermann Schröder für seine Kulturarbeit freuen. Jörg Knör erhielt ihn auch großzügig: für seinen Stimm-Verleih zu Filmszenen als nuschelnder Udo, säuselnde Angela Merkel über „meine Männer“, singender Anwalt Paolo Conte oder swingender Sammy Davis Jr. - und, durch Wortspielereien, ein absolutes Highlight des Abends: die Simultan-Übersetzung von Arnold Schwarzenegger.

Dabei scheute er Brisantes angesichts des Urkraine-Krieges nicht: Ist SPD-Altkanzler Gerd Schröder, als Freund des Aggressors Wladimir Putin, noch Parodie-tauglich? Jörg Knör zeigt es, indem er ihn zur „Kalinka“-Melodie „Kein Linker, kein Linker hat so viel Geld wie ich“ singen lässt. Und damit seiner Meinung eine Stimme gibt.