Brüggen: Jagdmuseum soll populärer werden

brüggen : Jagdmuseum soll populärer werden

Nur so viel zahlen, wie viel einem der Museumsbesuch wert war: Dieses Konzept haben die Grünen im Brüggner Rat für einen Aktionstag im Museum „Mensch und Jagd“ in der Burg Brüggen vorgeschlagen

Nur so viel zahlen, wie viel einem der Besuch im Museum wert war – ein Aktionstag unter dem Motto „Pay what you want“ soll mehr Besucher ins Museum Mensch und Jagd in der Burg Brüggen locken. Nur 18 Besucher empfange das Museum Jagd und Mensch in der Burg Brüggen im Schnitt an einem Tag, sagt René Bongartz, Ratsfraktionsvorsitzender der Grünen in Brüggen. Die Fraktion der Grünen im Gemeinderat hat einen Antrag gestellt, den Aktionstag im Jagdmuseum durchzuführen. Damit sollen die Bereitschaft, das Museum zu besuchen, gesteigert werden, sagt Bongartz.

Besucher schauen sich zunächst die Ausstellung an und bezahlen anschließend nur so viel Eintritt, wie viel sie für angemessen halten: Ein Aktionstag mit diesem Konzept sei im Niederrheinischen Freilichtmuseum Dorenburg in Grefrath am Ostermontag dieses Jahres erfolgreich verlaufen, sagt Bongartz. Im Vergleich zu den Ostermontagen der Vorjahre sei die Gästezahl verdreifacht, die Einnahmen verdoppelt worden, berichtet Bongartz. „Das kann auch im Jagdmuseum funktionieren“, sagt er. Anschließend sollen die Ergebnisse der Aktion ausgewertet werden und Anhaltspunkte liefern, wie das Marketing des Museums verbessert werden könnte, auch für zukünftige Angebote.

„Die Idee befürworten wir“, sagt Uwe Pohling, Mitarbeiter des Museums und der Touristeninformation in Brüggen. Bei Aktionen wie der langen Museumsnacht oder eintrittsfreien Sonntagen hätten Besucher nach einem Rundgang oft erzählt, dass ihnen die Ausstellung gefallen hätte, auch wenn am Anfang nicht immer klar gewesen sei, was zu erwarten ist. Über die mögliche Umsetzung des Aktionstages müsse das Museumsteam allerdings noch beraten: „Wir werden besprechen, ob das für uns passend ist und wie wir es umsetzen könnten“, sagt Museumsleiterin Bärbel Weinmann.

Die Eintrittspreise mit drei Euro für Erwachsene und sechs Euro für eine Familienkarte sieht er nicht als sehr hoch an. Aber: „Der Name ‚Mensch und Jagd’ kann Besucher manchmal abschrecken“, sagt Pohling. Viele Besucher, die das Museum nicht kennen, würden zunächst mit dem Begriff Jagd nur Trophäen, Waffen und tote Tiere verbinden. Dabei würde das Museum vor allem dazu dienen, heimische Pflanzen und Tiere besser kennenzulernen, und Jagd als Bestandteil der Entwicklung des Menschen zu sehen. „Im Erdgeschoss haben wir auch eine Ausstellung des Naturparks Maas-Schwalm-Nette“, sagt Pohling. Der Auftrag im Museum sei nicht, Jagd zu verherrlichen. Den Namen zu ändern sei jedoch keine Option – auch wenn es Überlegungen gegeben habe. Die Einrichtung sei aber nicht nur vom Landesjagdverband gefördert worden, sondern befasse sich weiterhin mit dem Thema, daher sei der Name angemessen.

Auch wenn Jagd und Jäger immer ein stark diskutiertes Thema sind, „soll im Museum das Thema objektiv behandelt werden“, sagt Frank Gellen, Bürgermeister der Gemeinde Brüggen. Ein Name ohne den Begriff Jagd wäre nicht ehrlich – auch wenn eine andere Namensgebung „die Hemmschwelle vielleicht anders gesetzt hätte“. Die Idee des „Pay what you want“-Tages finde er gut, sagt der Bürgermeister. „Es wird immer ein defizitäres Unterfangen bleiben, so eine Einrichtung zu betreiben“, sagt Gellen, „wenn wir aber das Museum haben, sollen auch möglichst viele Menschen hinkommen und es kennenlernen.“ Der Vorteil sei, das Brüggen ohnehin ein beliebtes Ausflugsziel sei.

Zurzeit empfange das Museum im Schnitt 430 bis 470 Besucher im Monat, sagt Pohling. „Zu früheren Zeit waren es knapp 1000.“ Die Besucherzahlen seien meist sehr abhängig vom Tagespublikum. In der Touristeninformation werden daher unter anderem Kombi-Tickets angeboten: Zu den Stadtführungen können Besucher einen Museumsbesuch direkt mitbuchen.

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