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Brüggen: Grüne wollen Platzumgestaltung nur mit Silberahorn

Diskussion um neuen Kreuzherrenplatz geht weiter : Brüggener Grüne wollen Platzgestaltung nur mit Silberahorn

Der Ortsverband widerspricht früheren Absprachen. Sie haben Unterschriften gesammelt mit dem Ziel, den 50 Jahre alten Silberahorn zu erhalten.

Die Bündnisgrünen um Ulrich Deppen und Gaby Tröger wehren sich gegen die Aussagen von Ulrich Siebert (Ex-Grüner, heute „Wir“) und dem CDU-Fraktionschef Thomas Schmidt zur geplanten Fällung des  Silberahorns am Kreuzherrenplatz. Schmidt hatte den Bündnisgrünen „unfaires Verhalten“ vorgeworfen.

Dabei geht es um die Frage, wer wann die Entscheidung zur Fällung des 50 jahre alten Baumes mitgetragen hat. Deppen und Tröger erklären dazu: „Der Ortsverband Brüggen der Grünen hat die Fällung des Ahornbaums nie mitgetragen. Die Einwilligung zum Fällen erfolgte eigenmächtig durch die Herren Bongartz und Siebert (heute „Wir“) während einer Ortsbesichtigung mit CDU-Ratsherren.“ Ulrich Deppen, damals OV-Vorsitzender, erklärt, er habe erst Tage später von dem Termin erfahren; er habe Herrn Bongartz und Herrn Siebert in einer sehr erregten Diskussion darauf aufmerksam gemacht, dass sie ohne Not grüne Werte preisgegeben haben, nur um mit der CDU ins Gespräch zu kommen. „Trotzdem weigerten sie sich, ihre Zustimmung gegenüber der CDU zu revidieren, mit dem Argument, sie stünden nun einmal im Wort“, erklärt Deppen.

Da Bongartz und Siebert inzwischen die Bündnisgrünen verlassen haben, fühle sich der grüne Ortsverband laut Tröger und Deppen „an keine Absprachen mit irgendwelchen anderen Ratsfraktionen gebunden“. Der CDU sei die ablehnende Haltung des OV bereits damals bekannt gewesen, so Deppen.

„Das Argument für ein Fällen waren ausschließlich die Gutachter-Aussagen, wonach ein Kappen der unfallträchtigen Flachwurzeln zwangsläufig zum Absterben des Baumes führen würde“, sagt der Ortsverbandssprecher. „Andere Baumsachverständige meinen, dass die ausgebildeten Pfahlwurzeln für den Erhalt viel wichtiger seien.“ So hatte ein Gutachter aus Schwalmtal 2015 erklärt: „Der Silberahorn stockt an der nordöstlichen Kante des Kreuzherrenplatzes innerhalb einer dem Pflastermuster angepassten jedoch leicht verschobenen offenen Baumscheibe mit einer Größe von etwa zwei mal zwei Meter. Seitens der Burggemeinde  wurde der Wunsch geäußert, diesen Baum bei der geplanten Umgestaltung der Klosterstraße zu erhalten und dafür nach Möglichkeit eine größere Baumscheibe einzurichten.“ Dafür habe der Gutachter Vorschläge gemacht.

 Tröger und Deppen unterstreichen das Ziel, den 50 Jahre alten Silberahorn zu erhalten. Dafür haben sie Unterschriften gesammelt, haben dabei laut Gaby Tröger mit vielen Menschen gesprochen. „Dabei mussten wir auch immer wieder der Meinung entgegentreten, dass wir als Bündnsigrüne zerstritten sind. Das stimmt nicht“, sagt sie. Einen Dissens habe es zu den drei früheren Grünen gegeben, die eine eigene Wählergemeinschaft gegründet haben. Im jetzigen Ortsverband herrsche Einigkeit.

(busch-)