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Brüggen: Ex-Disko-Pächter streitet mit Bürgermeister

Facebook-Kontroverse in Brüggen : Ex-Disko-Pächter streitet mit Bürgermeister

Bei Facebook hat der frühere „Brösel“-Pächter Jörg Johannböke in einem Video Vorwürfe gegen Bürgermeister Frank Gellen (CDU) erhoben. Die lässt Gellen nicht auf sich beruhen.

Zwischen Brüggens Bürgermeister Frank Gellen (CDU und dem früheren „Brösel’“-Betreiber Jan Johannböke (iner einer früheren Artikel-Version stand irrtümlich Jan) könnte es zu einer rechtlichen Auseinandersetzung kommen. Dies hat Gellen  in einem Beitrag vom 2. März im „Burggemeinde Infoportal“, dem offiziellen Facebook-Kanal der Gemeinde Brüggen,  angekündigt und auf Nachfrage am Freitag erneut bestätigt.

Anlass dafür ist ein Video, das Johannböke am 1. März, ebenfalls auf Facebook, als „Brösel News“ veröffentlicht hat. Darin erhebt der frühere Disko-Pächter Vorwürfe gegen die Gemeindeverwaltung, insbesondere gegen  Bürgermeister Frank Gellen und den damaligen Chef des Ordnungsamtes, Jürgen Mörschbächer. Zudem fordert er Brüggens Bürgermeister in der Überschrift des veröffentlichten Videos zum Rücktritt auf. Auf eine Anfrage für eine Stellungnahme über das Video hinaus äußerte er sich nicht.

Unter anderem geht es um eine Anzeige vom 7. Januar 2020 wegen Baumängeln, die in dem Nachfolge-Lokal „Sam’s“ bestanden haben sollen. Am 10. Januar 2020  veröffentlichte er auf Facebook Fotos des Objekts, den Zustand des Gebäudes schätze er als gefährlich ein und nannte etwa  „durchnässte Regipsplatten“.

 Die Aufnahme aus 2008 zeigt die damalige Disko „Brösel“. 
Die Aufnahme aus 2008 zeigt die damalige Disko „Brösel“.  Foto: Busch, Franz-Heinrich (bsen)/Busch, Franz Heinrich (bsen)

Johannböke erklärt in dem veröffentlichten Video, er habe die Anzeige bei der Polizei erstattet, weil er Gefahr im Verzug sah. Mitte Januar 2021 habe er nochmal, zunächst bei der Polizei in Brüggen, anschließend bei der für Amtsträger zuständigen Polizei in Viersen, nach dem aktuellen Stand gefragt. Dabei habe er erfahren, dass an die Gemeinde am 16. Januar 2020 ein Brief gegangen sei mit der Bitte um eine Stellungnahme. „Was glaubt ihr, was passiert ist? Nichts ist passiert, gar nichts“, erklärt der frühere Disko-Pächter in dem Videofilm. Er hätte kein Verständnis für dieses Verhalten und werde deshalb einen offiziellen Brief  an den Bürgermeister schicken. „Das lasse ich nicht auf mir sitzen“, erklärte er in dem Videobeitrag auf Facebook.

Darauf antwortet Frank Gellen am 2. März bei Facebook: „Das gestern ins Netz gestellt Video ist inhaltlich falsch und bewusst so aufgebaut, dass es mit Lügen verleumden soll. Daher habe ich heute in Absprache mit der Verwaltungsleitung beschlossen, die Inhalte durch einen Fachanwalt rechtlich prüfen zu lassen. Sollten sich aus der Prüfung Anhaltspunkte für strafrechtlich relevantes Verhalten ergeben, werde ich in jedem einzelnen Punkt einen Strafantrag gegen den Verantwortlichen stellen. Dann mögen neutrale Instanzen die Prüfung fortsetzen.“

Bürgermeister Gellen begründet in dem Facebook-Beitrag seine Reaktion auf das veröffentlichte Video: „Wenn aber ein Video eines ehemaligen Gastwirts dazu führt, dass sich Teile meiner Familie an mich wenden und besorgt fragen, was ich angeblich gemacht hätte, weil man mir in diesem Video ein ignorantes und rechtswidriges Verhalten unterstellt, hört es auf. Als Bürgermeister, Mensch und insbesondere Vater setze ich hier in klares Ausrufezeichen.“

Gellen hat am Freitag im Gespräch mit den Rheinischen Post den Vorwürfen widersprochen: „Die Anzeige fällt nicht unter den Bereich Gewerberecht, sondern Baurecht.“  Damit sei nicht die Gemeindeverwaltung Brüggen zuständig gewesen, sondern der Kreis Viersen. Der Kreis hatte laut Gellen das betreffende Gebäude überprüft, hatte dabei keine Mängel festgestellt und hatte  nichts zu beanstanden.

Die entsprechende Anfrage an die Verwaltung des Kreises Viersen ist gestellt; der Kreis Viersen will sich am Montag zu diesem Vorgang äußern.