Brüggen wächst Ein historischer Ortskern in der Natur lockt Touristen an

Brüggen · In drei Geschäften im Ortskern steht ein Wechsel bevor. Leerstand droht dort — anders als in vielen Läden andernorts — nicht. Ein stabiler Einzelhandel und Gastronomie sind Pfunde, mit denen die Gemeinde wuchern will.

 Zu den Aufgaben von Brüggens Wirtschaftsförderer Guido Schmidt und Citymanagerin Miriam Jansen gehört auch, sich für einen attraktiven Ortskern stark zu machen.

Zu den Aufgaben von Brüggens Wirtschaftsförderer Guido Schmidt und Citymanagerin Miriam Jansen gehört auch, sich für einen attraktiven Ortskern stark zu machen.

Foto: Uli Rentzsch

Angenehmere Temperaturen und hoffentlich mehr Sonnenschein – darauf freuen sich auch Brüggens Wirtschaftsförderer Guido Schmidt und Citymanagerin Miriam Jansen. Beide sind sich sicher: Dann wird Brüggen wieder Ziel für Touristen, die vor allem mit dem Rad die unmittelbare Umgebung der Burggemeinde erkunden und zudem in der Brüggener City einen Stopp einlegen wollen.

Leerstand im Innenbereich einer Kommune ist in dieser Hinsicht eher nicht förderlich. Im Vergleich zu anderen Städten und Gemeinden befinde sich Brüggen durchaus in einer angenehmen Situation, finden Jansen und Schmidt. Derzeit stehe lediglich in drei Geschäften ein Wechsel bevor, sei es aus Altersgründen oder weil sich der Branchentyp ändere. Wechsel sei grundsätzlich nicht untypisch im Einzelhandel und oft saisonbedingt. Wichtig sei grundsätzlich, dass man ein Angebot präsentieren könne, das Menschen in den Ort bringe.

„Es ist ein allgemeines Phänomen, dass sich der Einzelhandel, vornehmlich die Lebensmittelbranche, aus den zentralen Lagen der Städte zurückzieht und eher die grüne Wiese bevorzugt“, erklärt Schmidt. Dennoch finde man in Brüggen einen sehr kompakten Innenstadtbereich vor, argumentiert Miriam Jansen. Man profitiere natürlich vom Tourismus, auch die Gäste aus den benachbarten Niederlanden wählten oft Brüggen als Ausflugsziel. „Anziehungskraft hat in diesem Zusammenhang besonders das gastronomische Angebot“, sagt Jansen. Ein historischer Ortskern inmitten wunderschöner Natur – diese Kombination steigere die Attraktion für den Einzelhandel. Wichtig seien auch, das will die Citymanagerin betonen, die zahlreichen Veranstaltungen. Man biete ein vielfältiges Programm, sagt Schmidt: große Veranstaltungen wie Brüggen Klassik, Pfingstfest oder der Spargel- und Genussmarkt bis hin zum Büchermarkt oder Kindertrödel.

So sieht der neue „Burghof“ in Brüggen aus​
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Foto: Daniela Buschkamp

Für Schmidt liegen die Gründe für die komfortable Situation in der Burggemeinde auf der Hand. Man pflege ein gutes Auskommen, einen „kurzen Draht“ mit den Haus- und Grundstückseigentümern der Immobilien, vielfach Ur-Brüggener und somit mit engem Bezug zu ihrer Heimatgemeinde, wie Schmidt weiß. Oft genug zeige sich erst mit der Zeit, wie gut ausbalanciert sich ein Branchenmix präsentiert. Ein gut sortierter Discounter in der Innenstadt als Anlaufstelle für den täglichen Bedarf sorge genauso für Frequenz wie die Boutique für Damenbekleidung. „Man plant einen schönen Ausflug in der Natur, verbindet das mit einem Besuch in der Gastronomie und nutzt zusätzlich noch die Gelegenheit zum Shoppen – das ist in Brüggen möglich“, sagt Jansen.

Und schließlich schaffe man in Brüggen ein ansprechendes Ambiente, in dem sich der Gast wohlfühlt. Da mag der historische Charakter des Ortskerns eine Rolle spielen, „aber auch die Aufenthaltsqualität trägt entscheidend dazu bei“, sagt Schmidt. Bänke zum Ausruhen, Pflanzkübel mit entsprechenden Aktionen des Vereins „Gemeinsam Burggemeinde“, der Narzissen-Wanderweg, der in naher Zukunft eröffnet wird – alles Aktionen, die auch politisch gewollt sind und umgesetzt werden. So greifen viele Zahnräder ineinander, bedingen und ergänzen sich. Das sei gut für den Touristen und gut für Brüggen, sagt Schmidt.

Dennoch: Hohe Mieten, hohe Energiepreise, mangelndes Fachpersonal – auch Brüggen muss mit diesen Phänomenen umgehen. „Ja, es gibt Grenzen, aber wir können in Einzelfällen versuchen, vermittelnd tätig zu werden“, erklärt Schmidt, direkt beeinflussen könne man diese Faktoren allerdings nicht. Den Vorteil, den man nutzen könne: Kontakte zu den passenden Ansprechpartnern pflegen. Man kennt sich.

Haben die beiden einen besonderen Wunsch für die Erweiterung des Branchenmix in Brüggen? „Ja, eine Bodega, ein ansprechender Weinhandel mit Außengastronomie, das wäre wirklich toll“, sagt Guido Schmidt.

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