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Brüggen: Die Satirepartei "Die Partei" will für Gemeinderat kandidieren

Brüggen : Die Partei will in Brüggen kandidieren

In der Brüggener Burggemeindehalle kamen Mitglieder der Satirepartei „Die Partei“ zusammen und wählten im Ernst Kandidaten für die Kommunalwahl. Sie treten in Brüggen an.

In Brüggen steht Christian Hund auf der Reserveliste auf Platz eins, gefolgt von Jonas Schmitz, Esther Riele und Dean Pruy. Hund ist seit Anfang des Jahres Mitglied der „Die Partei“ und war bereits seit 2010 Mitglied der Piraten. Der 25-jährige Lüttelbrachter tritt in seinem Heimatbezirk an. „Wir schreiben uns auf die Fahne, dass wir eine deutliche Verbesserung des ÖPNV in Brüggen – möglichst mit einem eigenen Bahnhof – erreichen können. Wir denken dabei auch über einen Bürgerbus nach. Um auch Schüler aus entlegeneren Wohngegenden abzuholen, muss sich die Gemeinde dafür einsetzen, dass alle Honschaften an den ÖPNV mit vernünftigen Zeiten angeschlossen werden und auch Arbeiter mit dem Bus zu ihrer Arbeitsstelle fahren können“, sagt Christian Hund. Ihm ist bewusst, dass die damit einhergehende Abschaffung des Schülerspezialverkehrs für die Gesamtschule Brüggen bedeutet, dass die Schüler etwa aus den Ortsteilen Lüttelbracht und Genrohe anders zur Schule kommen müssen.

Auch in Brüggen sollen ernste Inhalte satirisch verpackt werden, wie man es von der Die Partei gewohnt ist. „Wir wollen mithilfe der Satire die Gemeinde gestalten. Uns werden sicher auch satirische Aktionen einfallen, um auf Probleme hinzuweisen“, kündigt Christian Hund an. „Zu preußischen Zeiten gab es meines Wissens nach vier Bahnhöfe auf insgesamt zwei Bahnstrecken in dem Gebiet, das heute die Burggemeinde Brüggen ist. Heute gibt es exakt null. Dies wertet Die Partei Brüggen als einen Rückschritt. Sie  kämpft für das Ziel, dass Brüggen wieder mindestens einen Bahnhof mit einer stündlich fahrenden Verbindung in umliegende Großstädte bekommt. Die Partei kämpft zudem für ein dichteres und schnelleres Busnetz, mit welchem man schneller in die umliegenden Städte kommt. Die Partei Brüggen distanziert sich vom ehemaligen Königreich Preußen und dessen Kriegshandlungen, aber nicht vom preußischen Bahnnetz.“

Auch zum Thema Schwimmbad gibt es eine Stellungnahme, natürlich satirisch verpackt. „Gemäß der Tradition fordert die Partei Brüggen irgendwas. Auf die Bedürfnisse der Einwohner Brüggens angepasst natürlich irgendwas mit Schwimmbad. Ideal wäre ein Schwimmbecken auf jedem Kreisverkehr innerhalb Gemeinde. Damit bekämen viele Ortsteile eine Attraktion, ein fußläufig erreichbares Schwimmbecken und Autofahrer würden endlich aufhören, Kreisverkehre zu überfahren“, teilt Christian Hund mit. Das angedachte interkommunale Schwimmbad dürfe nicht der BER Brüggens werden.

Man weiß nie so recht, wie ernst meinen es die Kandidaten, wie würden in gemeinsamen Sitzungen Diskussionen ablaufen? Etwa zu diesem Thema: „Um auf den zu erwartenden Worst-Case des menschengemachten Klimawandel vorbereitet zu sein, setzt sich die Partei auf lange Sicht für den Rückbau des Europort Rotterdam und den Aufbau des Europort Brachts im Bereich des Brachter Walds ein, der als Ersatz für den Europort Rotterdam dienen soll“, so das Statement von Christian Hund. Durch den Klimawandel könne der Meeresspiegel zukünftig einen Teil der Niederlande überfluten. Daher wolle man sich auf den Worst Case vorbereiten oder alternativ das Klima retten.

Außerdem steht auf dem Plan für Brüggen, sich für die Stärkung der Jugend- und Sozialarbeit in der Burggemeinde einzusetzen. Gemeinsam mit den Jugendlichen sollen Orte geschaffen werden, an denen sie ihre Freizeit verbringen wollen. „Das heißt: Mehr Sozialpädagogen in den Schulen, bessere Unterstützung der Jugendtreffs, und einen Dialog mit den Jugendlichen aufbauen, um Brüggen jugendgerecht zu machen“, so Hund.