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Brüggen: Diakonie will Flüchtlingsberatung fortsetzen

Sozialarbeit in Brüggen : Flüchtlingsberatung fortsetzen

Ursprünglich wollte sich die Diakonie Krefeld Viersen aus der Flüchtlingsberatung in Bracht zum Jahresende zurückziehen. Jetzt soll eine Stelle weiter erhalten bleiben.

Die Ehrenamtler in der Flüchtlingsarbeit der Gemeinde Brüggen schlugen Alarm. In einem Brief an Politiker im Kreis Viersen teilten sie ihre Befürchtung mit, die gute Flüchtlingsarbeit in Brüggen sei in Gefahr. Die Diakonie Krefeld Viersen wolle ihre Arbeit in der Flüchtlingsarbeit im Westkreis zum Jahresende einstellen. Diakonie-Geschäftsführer Ludger Firneburg sorgt dagegen für Beruhigung. Auf Nachfrage teilt er mit, die Diakonie habe sich entschieden, die Förderung für eine Stelle zu beantragen. Die Entscheidung werde bis zum Jahresende von der Bezirksregierung mitgeteilt.

Ursprünglich wollte die Diakonie beide Stellen im Westkreis zum Jahresende streichen. Die Stellen waren nie voll finanziert, der Eigentanteil der Diakonie war stets erheblich. Weil die finanziellen Mittel auch in der Kirche immer knapper werden, wollte sich die Diakonie aus der Flüchtlingsberatung in Brüggen zurückziehen.

Doch diese Ankündigung wurde auch innerkirchlich kritisch gesehen, weil das Thema Flüchtlinge als wichtig angesehen werde. Da man die Aufgabe sehr ernst nehme, wurden Gespräche mit dem Kreis und den Gemeinden im Grenzland geführt. Letzendlich habe man sich entschieden, die Förderung für eine Stelle im Westkreis weiter zu beantragen. Die Frage, wie es weitergeht, sei zwar noch nicht endgültig gelöst. Man hoffe aber, dass die Bezirksregierung den Antrag bewilligt und die Arbeit zumindest teilweise fortgeführt werden könne. In Brüggen werde eine fachlich gute Arbeit in der Flüchtlingsberatung geleistet.

Die Flüchtlingshilfe Brüggen ist seit 2015 aktiv und unterstützt mit zurzeit neun Ehrenamtlern die Integration der Flüchlinge in der Gemeinde Brüggen. Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten gelang eine effektive Organisation mit der Diakonie und dem Sozialamt der Gemeinde. Die Mitarbeiter der Diakonie hatten die Koordination der Aktivitäten übernommen. Reinhold Fester und Wolfgang Bien von der Flüchtlingshilfe appellierten an die Politiker, die Flüchtlingsarbeit in Bracht zu unterstützen.

Die Ehrenamtler übernehmen Aufgaben, die die Diakonie nicht leistet. Dazu gehören Begleitung bei Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalten, Wohnungssuche, Jobsuche, Hilfen bei Ausbildungsplätzen, Kindergarten und Schule, aber auch technische Unterstützung und Vertragsangelegenheiten. Durch die Corona-Krise sind Aktivitäten wie Plauderstunden, Nähkurse und Ausflüge vorerst ausgesetzt.