Brüggen: Das Geheimnis des türkisfarbenen Sees

Wie ein Gemälde: Das Geheimnis des türkisfarbenen Sees in Brüggen

Es sieht aus wie ein Gemälde mit Endzeit-Stimmung - über einem kleinen See in Brüggen liegt ein lackartiger Film, der wie Ölfarbe in Tönen zwischen Blau, Türkis und Grau-Weiß schimmert. Blaualgen sind für diesen Effekt verantwortlich.

Es könnte auch eine mittlere Umweltkatastrophe sein, also tatsächlich irgendein Lack. Ist es aber nicht. Es sind Cyanobakterien, besser bekannt unter dem landläufigen Namen "Blaualgen".

Kommt es irgendwo zu einer Massenentwicklung von Cyanobakterien, kann das die Gewässerqualität stark beeinträchtigen. Denn die Bakterien produzieren andere Stoffe, von denen einige als Gifte wirken. Es gibt immer wieder Berichte, nach denen Hunde an Gewässern, an denen sie die "Blaualgen" aufgenommen haben, verendet sind. Je nach Konzentration können die Gifte auch für Menschen gesundheitsgefährdend wirken.

Dass es sich wirklich um Cyanobakterien handelt, hat jetzt eine Laboruntersuchung bestätigt, wie Kreis-Pressesprecher Markus Wöhrl gestern erklärte. Die Untere Wasserbehörde des Kreises war gerufen worden, weil einer Spaziergängerin die unnatürliche Färbung des Wassers aufgefallen war - die es am Vortag noch nicht gegeben hatte. Die Experten vermuteten sofort, dass es sich um die Bakterien handeln könnte.

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Der See befindet sich in Privatbesitz. Allerdings war durch einen Überlauf bereits belastetes Wasser in Richtung des Laarer Bachs abgeflossen. Die Feuerwehr legte an so genannte Öl-Schlingen auf das Wasser, die eingesetzt werden, wenn sich Öl oder Benzin auf einem Gewässer befindet. Das bleibt an den Schlingen hängen, fließt nicht mit dem Rest des Wassers ab.

Eine Warnung der Bevölkerung sei nicht notwendig gewesen, erklärte Wöhrl. Kein Spazierweg führt an den See, niemand gelangt zufällig dorthin. Weite Bereiche sind durch einen Zaun geschützt. Die gute Nachricht: Wenn der See diese typisch türkisblaue Lackfärbung annähme, dann sei das ein Zeichen dafür, dass die Bakterien bereits dabei seien, abzusterben, so Wöhrl.

(hah)