Mitreißendes Konzert der Rabaue mitten in Bracht So enthusiastisch feierten 500 Menschen die Rabaue in Brüggen-Bracht

Brüggen · Mehr als 500 Menschen nutzen die Einladung zu einem Gratis-Konzert mit den Rabaue. Dieses hatte Dietmar Brockes bei einer RP-Aktion für seine Heimat Brüggen-Bracht gewonnen. So wurde es ein Fest-Tag.

“Dorf bleibt Dorf“-Konzert – Rabaue in Brüggen-Bracht
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„Dorf bleibt Dorf“ – Rabaue-Konzert in Brüggen-Bracht

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Foto: Daniela Buschkamp

Es war mehr als ein Konzert, es war auch ein Familienfest am Sonntag mitten in Brüggen-Bracht: das Dorfkonzert der Rabaue. Und 500 Menschen kamen, um die Musiker und ihre großen kölschen Hits zu feiern. „Toll, dass hier wieder etwas los ist“, war immer wieder zu hören. Das Ambiente auf dem Bischof-Dingeslstad-Platz stimmte, und das Spätsommerwetter hätte besser nicht sein können.

Die Rabaue und die Rheinische Post hatten ein Dorfkonzert verlost und sich die mehr als 100 Bewerbungen dafür genau angeschaut. Die von Dietmar Brockes, die der Brachter Politiker und Ehrenamtler in letzter Minute geschrieben hatte, überzeugte. Zum Motto „Dorf bleibt Dorf“ (der neue Sessionstitel der Rabaue) passte Brockes Beschreibung von Bracht einfach perfekt. Andere Bewerber mit Aussagen wie „Wir planen ein Fest und brauchen eine Band“ waren da ohne Chance.

Für die Brachter war das 90-minütige Open-Air-Konzert gratis, ebenso wie der Bühnenaufbau. Zu erledigen gab es rund um den Auftritt allerdings noch genug. Brockes sprach die Mitglieder vom Verein „Jux und Dohlerei“ an. Sie ließen 2023 das Dohlenfest wieder aufleben, planen für 2024 eine Neuauflage. Das Team um Wahl-Brachterin Bianca Mertens, ursprünglich stammt sie aus Kaarst, nutzte die Chance, Geld in die Vereinskasse zu bekommen. Der gelernte Bäcker Tom Melchert sorgte für ein üppiges Büffet von Neuss-Striezel und Bienenstich bis hin zu gedecktem Apfel- und Mandelkuchen. Bianca Mertens hatte in kürzester Zeit an alles gedacht und war froh, dass „alles wie am Schnürchen klappte“. Sie war überwältigt, dass „so viele Menschen“ gekommen waren“.

 Rabaue-Fan Irene Glomb aus Nettetal lässt sich am RP-Medienmobil fotografieren.

Rabaue-Fan Irene Glomb aus Nettetal lässt sich am RP-Medienmobil fotografieren.

Foto: Daniela Buschkamp

Die Bühne schien sich an die katholische Pfarrkirche anzuschmiegen, sie wurde als Zeichen für das landwirtschaftlich geprägte Dorfleben – flankiert von je einem Traktor, Sonnenblumen und Strohballen. Für die Kinder war eine Hüpfburg aufgeblasen worden. Dass aus den Lautsprechern schon Musik quoll, als die Rabaue noch gar nicht auf der Bühne standen, war dem Lokalradio I.G.L. von Marion und Tim Jansen zu verdanken. Zudem zeigten die Mini-Garde der Brachter Wasserratten und die Minis der TSF Bracht ihr Können mit je zwei Tänzen.

Die Rabaue-Fans konnten bereits früher kommen, sich nicht nur die besten Plätze in der angrenzenden Gastronomie o der auf dem Bischof-Dingelstad-Platz selbst sichern oder sich am RP-Medienmobil ein Autogramm der Band geben lassen und mit ihnen plaudern. Peter van den Brock, Albert Detmer, den Brüdern Alex und Christian Barth sowie Benjamin Weißert zeigten weder Nervosität, noch Berührungsängste. Ehemänner und Lebensgefährten mussten einen Moment lang stark sein, wenn ihre Frauen einen der Musiker mit dem freundlichsten Grinsen im Gesicht umarmten und ihre Freundin mit dem Smartphone ein Foto schoss. Im Gespräch erfuhren die Fans, dass die Band zwar in Grevenbroich gegründet wurde, die Musiker mittlerweile in Dormagen, Rösrath, Hennef und Monschau leben und die Musik ihr einziger Broterwerb ist – keine Überraschung bei mehr als 200 Auftritten im Jahr.

Die Fans feierten die Rabaue, schunkelten zu ihren Hits und auch denen von Roland Kaiser, klatschten und jubelten so lange, bis sie auch nach 90 Minuten noch Zugaben erhielten. Vicky Leandros‘ „Du weißt, ich liebe das Leben“ dürften dem Gefühl vieler Besucher an diesem sonnigen Sonntag entsprochen haben.

Bei den Rabaue spürte man die Spielfreude. Sie gestanden musikalisch, mit einer Frau so gern auf einer kleinen Insel sein zu wollen. Irene Glomb aus Nettetal-Kaldenkirchen wäre als großer Rabaue-Fan da sicher gern dabei. Aber sie war auch mit der CD und der Autogrammkarte glücklich. „Op einmal ist das Lieblingslied“ der im Dülkener Karneval bei den „Drei-Stadt-Möhnen“ Aktiven. Und auch Erwin und Angelika Walter aus Niederkrüchten genossen diesen Tag: „Eine tolle Aktion“ sagten sie und freuten sich über Klassiker wie „Wenn et Trömmelche jeht“, Neues wie „Niemals wird es besser als jetzt“ und natürlich das „Dorf bleibt Dorf“-Lied.

 Die Band aus Grevenbroich präsentierte ihe Hits und auch andere vor und 500 Menschen. Erst nach mehreren Zugaben konnten sie von der Bühne.	 RP-Foto: Knappe

Die Band aus Grevenbroich präsentierte ihe Hits und auch andere vor und 500 Menschen. Erst nach mehreren Zugaben konnten sie von der Bühne. RP-Foto: Knappe

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

„Erhaltet euer Dorfleben. Es ist einfach wundervoll, wie die Menschen hier zusammenstehen“, lobte Alex Barth zum Abschied. Und vielleicht, so stellte er in Aussicht, kommen die Rabaue ja noch mal wieder ins schöne Bracht.

(RP)