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Brüggen: Born soll Tempo-30-Zone werden

Antrag in Brüggen : Mehrheit: Born soll Tempo-30-Zone werden

CDU und Grüne haben einen Antrag an den Gemeinderat gestellt. Die Straße „An der Kreuzstraße“ soll von Tempo 50 auf 30 reduziert werden. So könnte eine weitere Tempo-30-Zone in Born entstehen. Ein Hindernis ist der Busverkehr.

Auf eine Initiative der Grünen und der CDU in Brüggen, könnte der Ortsteil Born demnächst eine reine Tempo-30-Zone werden. Dies schlagen die Parteien in einem gemeinsamen Antrag dem Gemeinderat vor. Aktuell ist unter den 36 Straßen auf Borner Gebiet nur noch an der Straße „An der Kreuzstraße“ Tempo 50 erlaubt. Das soll sich ändern, eine komplett zusammenhängende Tempo-30-Zone entstehen. Zusammen hätten die beiden Parteien, die 23 von 38 Sitzen im Gemeinderat halten, bereits eine Mehrheit für den Antrag.

Den Parteien gehe es dabei vor allem um die Fußgänger und Anwohner der Straße. „Eine Tempobeschränkung wäre ein Gewinn an Sicherheit, vor allem für die Schulkinder, die dort täglich lang gehen“, sagt René Bongartz, Vorsitzender der Grünen Brüggen. Natürlich aber auch im Allgemeinen für Anwohner und Fußgänger.

Den Willen der Anwohner könne man schon beobachten. „Man muss sich nur anschauen, wie die Menschen ihre Autos dort parken – nämlich versetzt“, sagt Bongartz. Da es dort keine Parkregelung gibt, sei dies legal. Dadurch würde der Verkehr verlangsamt werden, auch die Geräuschkulisse sinke. „Das ist ein Stück Lebensqualität für alle Anwohner“, so der Vorsitzende. Außerdem verlocke die Straße Autofahrer zum gezielten Abkürzen. „Beispielsweise Menschen, die aus Schwalmtal kommen, können über diese Straße eine Abkürzung nehmen“, so Bongartz. Das sei keine Ausnahme. „Durch die Tempo-30-Regelung würde sich das legen und der Verkehr auf der Straße würde weiter abnehmen.“ Auch dies sei ein Pluspunkt für die Anwohner der Straße.

Ein weiteres Argument der beiden Parteien sind die verwitterten Straßenschilder in Born. „Viele der Tempo-30-Schilder im Ort sind inzwischen unkenntlich und müssen ersetzt werden“, sagt Bongartz. Um wie viele Schilder es sich exakt handelt, könne er nicht sagen. Grob durchgerechnet wurde das Thema jedoch schon: „Bei etwa 120 Euro pro Schild, kommt ein mittlerer fünfstelliger Betrag heraus.“ Diese Kosten könnten durch eine generelle Tempo-30-Zone eingespart werden, die Schilder würden einfach verschwinden. „Dann bräuchten wir nur noch vier Schilder an den Ortseingängen. Der Deckungsbeitrag ist quasi bei Null“, so Bongartz. Einziger Kostenpunkt, laut Antrag, sei der Verweis auf „Rechts vor Links“-Regelungen, die in der gesamten Tempo-30-Zone gelten würden.

Einen Strich durch die Rechnung könnte der Busverkehr an der Straße machen. Bislang sei wegen der Buslinien 067 und 074 an der höheren Geschwindikeit festgehalten worden. Zeitverzögerungen seien die Sorge gewesen, so Bongartz. Doch die Grünen haben nachgerechnet: „Auf die 500 Meter spart man bei Tempo 50 gerade einmal 24 Sekunden Fahrzeit“, so der Vorsitzende. Die Busstopps seien allerdings nicht miteinberechnet. „Dennoch: da sollte der Gewinn an Sicherheit überwiegen.“ Ob der schwarz-grüne Antrag also Wirklichkeit wird, hängt neben der Zustimmung seitens der anderen Ratsfraktionen auch von der Verkehrsbehörde des Kreises Viersen ab.

Bereits 2008 hatte die CDU einen ähnlichen Antrag für die Straße „An der Kreuzstraße“ eingereicht. Damals wurde der Einbau von Geschwindigkeit reduzierenden Hindernissen an der Straße diskutiert. Auch zu der Zeit machten sich die Buslinien sorgen, da für die Gelenkbusse durch den verminderten Platz zu wenig Raum verblieben wäre. Nach einiger Zeit schlief das Thema ein, wurde nicht mehr aufgegriffen – bis jetzt. „Den Antrag von 2008 haben wir dieses Mal aber bewusst außenvor gelassen“, sagt Bongartz. Es gehe nur um die Einrichtung der Tempo-30-Zone, keinen Umbau.