Breitbandausbau der unterversorgten Gebiete im Kreis Viersen startet im Herbst 2019

Kreis Viersen: Weg mit den roten Flecken: Breitbandausbau startet im Herbst

Das Unternehmen Deutsche Glasfaser soll den Zuschlag erhalten, die unterversorgten Gebiete im Kreis Viersen anzuschließen. Insgesamt fließen 40 Millionen Euro in das Projekt.

Bei einem bedeutenden Infrastrukturprojekt im Kreis Viersen stehen jetzt der Zeitplan und der Auftragnehmer fest: Ab dem Herbst 2019 soll das Unternehmen Deutsche Glasfaser damit beginnen, die unterversorgten Gebiete im Kreis Viersen ans Breitband anzuschließen. Dafür erhält die Firma rund 40 Millionen Euro Fördergelder.

Läuft der Breitbandausbau im Kreis Viersen nicht schon längst?

Korrekt. In mehreren Kommunen hat das Unternehmen Deutsche Glasfaser bereits Haushalte ans Breitband angeschlossen, in weiteren Gebieten ist das noch geplant. Überall dort, wo es sich fürs Unternehmen rechnet, führt die Deutsche Glasfaser Umfragen bei den Haushalten durch, ob sie einen Glasfaseranschluss haben wollen. Stimmen 40 Prozent der Haushalte zu, verlegt die Firma das Glasfaserkabel und kümmert sich um den Hausanschluss. Auch andere Telekommunikationsanbieter bieten Breitbandanschlüsse an. Die Kosten liegen oft allerdings so hoch, dass sich das nur für Unternehmen rechnet.

Flächendeckendes Glasfasernetz für den Kreis Viersen: (v.l.) Jan Rimbach (Manager Förderung), Geschäftsführer Peter Kamphuis von Deutsche Glasfaser, Landrat Andreas Coenen, Abteilungsleiter Christian Böker und Breitbandkoordinator Sebastian Cüsters. Foto: Deutsche Glasfaser

Und wozu jetzt dieses Projekt?

Nicht in allen Gebieten des Kreises Viersen lohnt sich für die Telekommunikationsanbieter die aufwändige und teure Verlegung von Glasfaserkabeln. Diese so genannten unterversorgten Gebiete sind auf der Karte des Kreises Viersen rot eingezeichnet. Oft handelt es sich dabei um dünn besiedelte Landstriche. Für die Bewohner dort gäbe es keine Chance auf Zugang zum schnellen Internet, wenn es kein entsprechendes Förderprogramm gäbe. Landrat Andreas Coenen (CDU) sagt: „Wir stellen sicher, dass bei der Digitalisierung alle Familien und Firmen im Kreis dabei sein können. Schnelles Internet ist ein wichtiger Standortfaktor.“

Um wie viele Haushalte geht es dabei konkret?

Insgesamt liegen rund 4000 Haushalte im gesamten Kreisgebiet in den „unterversorgten Gebieten“, die jetzt von der Förderung profitieren.

Wie erfahre ich, ob mein Haushalt dazu gehört? Bekomme ich Post vom Kreis?

Nein. Die Deutsche Glasfaser wird die Haushalte gesondert anschreiben und über die nächsten Schritte informieren.

Werden die Menschen dort verpflichtet, künftig einen Glasfaseranschluss zu nutzen?

Nein. Sie können bei ihrem bisherigen Provider bleiben und beispielsweise per DSL im Internet surfen. Da die Datenmengen im Internet seit Jahren exponentiell ansteigen, gehen Experten davon aus, dass in einigen Jahren DSL-Geschwindigkeiten im alten Kupferkabel nicht mehr reichen. Breitbandanschlüsse mit Glasfaser hingegen erlauben eine schnellere Übertragung großer Datenmengen. Bedeutet: Auch wer in den unterversorgten Gebieten derzeit noch keinen Glasfaseranschluss benötigt, kann ihn dennoch in Zukunft nutzen.

Können die Leute in den „unterversorgten Gebieten“ künftig gratis im Internet surfen?

Das fänden die bestimmt prima, aber so wird es nicht kommen. Gefördert wird der Ausbau der Infrastruktur – konkret: die Verlegung des Breitbandkabels in der Straße –, nicht aber der Internettarif. Für den müssen die Bewohner in den „unterversorgten Gebieten“ genau so zahlen wie alle anderen auch.

Wie ist der Kreis ausgerechnet auf die Deutsche Glasfaser gekommen?

Der Kreis Viersen hat die Leistung europaweit ausgeschrieben.

Woher kommen die Zuschüsse?

90 Prozent tragen Bund und Land, zehn Prozent die beteiligten Kommunen. Städte wie Viersen, die 2018 in der Haushaltssicherung waren, müssen keinen Eigenanteil leisten.

Noch Fragen?

Der Breitband-Koordinator des Kreises Viersen steht für Bürgeranfragen unter Telefon 02162 391747 zur Verfügung.

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