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Schwalmtal: Brandursache noch unklar

Schwalmtal : Brandursache noch unklar

Nach dem Brand einer Strohmiete auf einem Feld bei Waldniel in der Nacht zu Samstag haben Brandermittler der Polizei gestern begonnen, die Spuren zu lesen. Die Kripo hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Wer nicht weiß, wo die Strohballen auf dem Feld an der Nordtangente lagerten, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag komplett abgebrannt sind, der sieht jetzt kaum noch etwas davon. Die Brandermittler der Polizei mussten trotzdem gestern damit beginnen, die Spuren des Brandes zu lesen.

Die Brandursache steht nach Auskunft der Polizei noch nicht endgültig fest. Es gibt drei Möglichkeiten: Selbstentzündung, fahrlässige Brandstiftung und Brandstiftung. Fahrlässige Brandstiftung könnte eine achtlos weggeworfene Zigarette sein — dafür aber liegt der Brandort eigentlich zu weit von Straße, Fuß- und Radweg entfernt.

Aber auch Jugendlichen, die vielleicht die Strohballen für eine "Klettertour" genutzt haben könnten, könnte eine Zigarette heruntergefallen sein. Selbstentzündung ist ein schwieriger Prozess. Tatsächlich kommt es gerade im August, wenn die Strohballen relativ frisch gepresst sind, gelegentlich zu solchen Selbstentzündungen. Wenn das Stroh feucht gepresst worden ist oder viele frische Unkräuter mit gepresst wurden, können chemische Prozesse entstehen, die dafür sorgen, dass sich das Innere der Strohballen immer weiter aufheizt und schließlich zu brennen beginnt.

Brandserie noch in Erinnerung

Bleibt noch die Brandstiftung. Für viele Schwalmtaler ist die Erinnerung an die Brandserie an Strohmieten und Scheunen zwischen Januar und Juli 2009 noch in klarer Erinnerung. Insgesamt zehn Mal brannte es damals in Schwalmtal und Umgebung. Als Täter hatte die Polizei einen jungen Mann aus Schwalmtal ausgemacht, der auch dafür verurteilt wurde. Zunächst hatte er eine Jugendstrafe für zwei der Taten verbüßt — bei einer der Brandstiftungen waren auf einem Reiterhof in der Nähe von Boisheim drei Pferde ums Leben gekommen.

Später gelang es der Staatsanwaltschaft, Beweise zu sammeln, dass er auch in den anderen Fällen der Täter gewesen sein soll. Für Aufsehen sorgte damals die Beweisführung: Spürhunde sollen am Brandort erschnüffelt haben, dass sich der junge Mann jeweils dort aufgehalten hatte. Gegen seine Unterbringung in der Psychiatrie, die der Richter angeordnet hatte, hatte der junge Mann Berufung eingelegt. Die erste große Jugendkammer am Landgericht Mönchengladbach kam im Juni dieses Jahres aber zu dem Schluss, dass der junge Mann in der Psychiatrie bleiben müsse.

Bei dem Brand in der Nacht zu Sonntag musste die Feuerwehr nach ersten Löscharbeiten die mehr als 140 Ballen Stroh gezielt abbrennen lassen. Dabei entstand ein Sachschaden von mehreren tausend Euro. Die Kripo bittet Zeugen, sich unter Ruf 02162 3770 zu melden.

(hah)