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Viersen: Boisheimer wollen jetzt ihr DORV-Zentrum

Viersen : Boisheimer wollen jetzt ihr DORV-Zentrum

"Wenn wir wollen, dann müssen wir uns engagieren. Wir wollen Boisheim liebenswert erhalten und alles positiv sehen." Lebhafter Beifall der mehr als hundert Gäste im "Conny's Come In" bestätigte André Erkens, der sich in einer Arbeitsgruppe für die neue Nahversorgung DORV-Zentrum engagiert. Dass die Viersener Stadtverwaltung "weiter im Boot bleibt", hatte zuvor Beigeordneter Dr. Paul Schrömbges versprochen.

Heinz Frey, Mitorganisator des DORV-Konzeptes, das inzwischen 15 Zentren in ganz Deutschland, Österreich, Belgien und den Niederlanden erfolgreich initiiert hat, stellte das Ergebnis der Umfrage unter den Boisheimer Bürgern vor. 758 Fragebögen wurden verteilt, 530 kamen ausgefüllt zurück. Damit war die Meinung von 1307 Personen erfasst im Alter zwischen 20 und 89 Jahren. Und von denen waren 93 Prozent dafür, dass die "heutige Situation verbessert" werden müsse.

Wichtig sind den Boisheimern vor allem frische Lebensmittel: "Ein DORV-Angebot ist einem Supermarkt vergleichbar, nicht einem Discounter", betonte Frey. Er zeigte auf, dass das Zentrum auch Ort der Begegnung mit einem Café sein solle, unter den Dienstleistungen ragten Post, Drogerie, Apotheke und, nach dem Aus der Sparkasse, auch der Wunsch nach einer Bank hervor. Als Frey allerdings die erforderlichen Gelder nannte, war ein Brummen im Saal zu hören. "75 000 Euro müssen zusammenkommen, um die komplette Einrichtung zu installieren. Und denken Sie daran: Mit dem Verschwinden der Nahversorgung verlieren Ihre Häuser und Grundstücke ihren Wert", so Frey. Als möglichen Jahresumsatz nannte er 470 000 Euro, als Gewinn 31 500 Euro. "DORV soll eine schwarze Null schreiben", empfahl er. Gewinne sollten wieder investiert werden. An Personal werden zwei Vollzeitkräfte und vier bis fünf 450-Euro-Kräfte benötigt. Als er die erwartete Zahl der täglichen Kunden mit 200 bezifferte, waren sich die Gäste einig: "Nie werden wir das schaffen." Doch Frey versuchte sie zu überzeugen mit dem Beispiel Jüchen-Barmen: "Bei 1300 Einwohnern und rund 20 Supermärkten und Discountern im Umkreis kommt DORV auf 216 Käufer pro Tag."

Als letzter Punkt stand die "Immobilie" an. Zunächst waren das alte, bald leer stehende Feuerwehrgerätehaus oder die Schule angedacht, jetzt kam auch das Haus der Sparkasse hinzu. Bei der voraussichtlich niedrigen Miete der Stadt Viersen entschieden sich die Organisatoren für das Gebäude der Feuerwehr. "Wenn wir das Geld zusammen haben - eventuell auch mit einem Kredit - können wir anfangen."

(flo)