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Schwalmtal: "Blick von außen ist oft gut"

Schwalmtal : "Blick von außen ist oft gut"

Porträt Bruno Patock (59) will Bürgermeister Reinhold Schulz vom Sockel stoßen. Der Sozialdemokrat aus dem Ruhrgebiet lebt seit 1994 in Schwalmtal. Vor dem Votum der Wähler habe er keine Angst, sagt er.

Bruno Patock hat sich kein leichtes Ziel gesteckt: Er tritt bei der Kommunalwahl am 30. August in Schwalmtal gegen den amtierenden Bürgermeister Reinhold Schulz an. Bei der Wahl 2004 hatte Patock nur 19,6 Prozent der Stimmen erhalten, doch unterkriegen lässt er sich nicht. "Ich habe keine Angst vor dem Votum der Wähler", sagt der 59-Jährige. Natürlich wolle er die SPD vor Ort stärken, "und ich hoffe, dass die SPD durch die nächste Wahl in Schwalmtal so stark wird, dass sich die CDU auch auf Diskussionen einlässt."

Mehr für Touristen tun

Ideen, was sich in der Gemeinde verbessern ließe, hat der Mann aus dem Ruhrgebiet genug: "Uns fehlt eine Boule-Anlage im Kaiserpark, die jedem offen steht. Auch gekennzeichnete Walking-Strecken wären gut, das wäre nicht nur was für Schwalmtaler, sondern auch für Touristen." Auf dem Markt in Waldniel fehlten außerdem Infotafeln für Ausflügler. Patock: "Man kann hier alles Mögliche machen, aber es muss auch bekannter werden."

Was man in Schwalmtal machen kann, das erkundet der Sachbearbeiter in der Bundeswehrverwaltung in Düsseldorf in seiner Freizeit gemeinsam mit Ehefrau Hannelore (54). Die ist Boule-begeistert und spielt selbst im Verein, mit dem Spielvirus hat sie auch ihren Mann infiziert. Gern gehen die beiden abends im Depot oder am Venekotensee spazieren, Familienhund Enrico (13) immer dabei. Für Hobbys bleibt kaum Zeit, sagt Patock. "Zum Lesen komme ich fast gar nicht mehr, obwohl ich sehr gern lese. Aber bei zwei bis vier Sitzungen pro Woche ist das nicht drin." Stattdessen verfolgt er im Fernsehen politische Talkrunden (Plasberg) und Sportübertragungen (Boxen, Schwimmen, Leichtathletik). Für ihn, der in Herten-Westerholt aufwuchs, gehören auch Fußballübertragungen dazu, "dann aber Schalke und nicht Borussia".

Nach Schwalmtal kam Patock, als er seine Frau Hannelore kennenlernte, eine Witwe mit drei Kindern. Er habe sich schnell eingelebt, sagt er rückblickend. "Im Ortsverein der SPD war ich sofort willkommen, da findet man sich leicht ein", sagt Patock. "Schließlich sind viele Zugezogene hier in der SPD." Das sei nicht unbedingt ein Manko, findet er: "Der Blick von außen kann auch von Vorteil sein. Man bemerkt vieles, was die Einheimischen vielleicht gar nicht mehr sehen." Schwalmtal sei eine starke Gemeinde, schlafe aber ein bisschen. "Es würde mich reizen, als Bürgermeister für die Bevölkerung tätig zu sein", sagt Patock. "Das Hauptaugenmerk sollte auf der Frage liegen: ,Was wollen die Leute?' Und nicht auf der Frage: ,Welche Vorschriften gibt es?'"

(RP)