Kreis Viersen: Bleibt Mord ungesühnt?

Kreis Viersen : Bleibt Mord ungesühnt?

Bleibt der Mord an der jungen Polin Jozefa Malgosia Wyka aus Gorzow weiterhin ungesühnt? Das fragen sich vor allem die Bewohner des Rosendorfs Lottum bei Venlo. Der Leichnam der damals 19-jährige Frau war am 4. Juni 1996 am Rande eines Rosenfeldes in Lottum an einem Waldstücks von Gemeindearbeitern gefunden worden.

Fahndungsaktionen der niederländischen und der deutschen Polizei verliefen vor 15 Jahren ergebnislos, so dass die ermordete junge Frau damals anonym auf dem Gemeindefriedhof in Lottum beerdigt werden musste. Seit dem beschäftigt die unbekannte Tote die Grenzregion.

Ein von der Staatsanwaltschaft Köln eingeleitetes Strafverfahren bekam jetzt eine unerwartete Ende. Die beiden Tatverdächtigen Erich Kurt L. und Ewa S. wurden vor einigen Tagen aus der Untersuchungshaft entlassen. Eine Verurteilung scheint nicht möglich. Der Vorsitzende Richter ordnete die Freilassung an, weil nach elf Prozesstagen keine schlüssigen Beweise gegen die Beschuldigten vorlagen. Das Gericht will das Verfahren Ende Mai abschließen.

Erst nachdem die niederländische Polizei vor einem Jahr aufgrund neuer DNA-Erkennungs- und Fahndungsmethoden im europäischen DNA-Register Vergleichsspuren gefunden hatte, die die Ermittler nach Köln führten, wurde der Fall wieder aufgerollt. Einer der Täter gestand, dass es sich bei der Ermordeten um eine junge Frau aus Polen handelte. Die Kölner entführten sie über die niederländischem Grenze und ermordeten sie bei Lottum. Im Oktober 2010 starb einer der Tatverdächtigen in einer Haftanstalt. Der Leichnam von Jozefa Malgosia Wyka war Anfang März dieses Jahres in deren polnische Heimat überführt worden. Die Überführung des Leichnams wurde mit Spenden finanziert.

(RP)