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Viersen: Billard-WM in Viersen droht das Aus

Viersen : Billard-WM in Viersen droht das Aus

Im kommenden Jahr feiert die Dreiband-Billard-WM in der Viersener Festhalle ihren 25. Geburtstag. Wenn es nach dem Willen von Bürgermeister Günter Thönnessen geht, könnte sich diese Ära des internationalen (Rand-)Sports in der Kreisstadt dem Ende zuneigen.

Der Vertrag zwischen Stadt und Deutscher Billard-Union — die wiederum mit dem Weltverband Union Mondiale de Billard (UMB) verhandelt — läuft im kommenden Jahr aus. "Es haben erste Gespräche über eine Verlängerung unter anderem mit dem Präsidenten der Billard-Union und dem Deutschen Sportwart stattgefunden", so Thönnessen. Eine zentrale Forderung: Die Stadt soll als Austragungsort mehr Geld zahlen. Das lehnt Thönnessen mit Blick auf den städtischen Haushalt ab.

Viersen: Billard-WM in Viersen droht das Aus
Foto: Busch

Rückendeckung holte sich der Bürgermeister hierfür im politisch besetzten Arbeitskreis "Haushalt", der sich derzeit mit der desolaten Viersener Finanzsituation beschäftigt. Der Arbeitskreis hatte sich ebenfalls gegen eine Vertragsverlängerung unter diesen Rahmenbedingungen ausgesprochen. Nach Auffassung der Mitglieder entspricht "der Marketingwert der Veranstaltung nicht dem entgegenstehenden Aufwand". Auch wiesen die Politiker darauf hin, dass nicht unerhebliche Sponsorengelder aus der Viersener Unternehmerschaft zusätzlich in die WM fließen.

Derzeit zahlt die Stadt Viersen an die Deutsche Billard-Union einen Zuschuss von 12.270 Euro, dazu kommen Kosten vom Brandschutz bis zum Orchester für die Eröffnungsveranstaltung in Höhe von 4000 Euro. Weitere Beträge gehen beim Personal zulasten der Stadt. Auf- und Abbau sowie eine mehrtägige Betreuung machen weitere 10.090 Euro erforderlich. Parallel versucht — so Thönnessen — die UMB, für sich weitere Geldquellen zu erschließen. Laut Aussage des Bürgermeisters sei unter anderem ein Fernsehvertrag mit Euro-Sport im Gespräch.

Die Verhandlungs-Tür komplett zuschlagen will die Verwaltung jedoch nicht. "Wenn wir diese Anstrengung als Stadt auch künftig auf uns nehmen, dann muss sich die UMB vor allem in der Außenwirkung mehr für Viersen einsetzen", fordert Thönnessen. In weiteren Gesprächen will der Verwaltungschef anbieten, den Vertrag um ein weiteres Jahr (2015) zu erweitern und in dieser Zeit gemeinsam ein neues Fünf-Jahres-Paket zu schnüren.

Die Deutsche Billard-Union hat grundsätzlich Bereitschaft signalisiert, am Standort Viersen festzuhalten. "Nach Aussage der Verantwortlichen ist sowohl die Halle als auch die Atmosphäre in Viersen bundesweit einzigartig", so Thönnessen. Die Politik unterstützt mit breiter Mehrheit den Vorschlag der Verwaltung, in den kommenden zwei Jahren Möglichkeiten über einen neuen langfristigen Abschluss abzuklopfen.

Nur FürVIE will schon jetzt aus weiteren Gesprächen aussteigen. "Mit der 25. Veranstaltung würden wir die Billard-WM in der Kreisstadt auslaufen lassen", erklärt Partei- und Fraktionschef Hans-Willi Pertenbreiter. Ganz anders ist die Meinung der Grünen. "Die WM ist ein Imagegewinn für eine Stadt. Diesen Vorteil sollten wir Viersen frühzeitig erhalten", argumentiert Parteichef Norbert Dohmen. CDU, FDP und SPD setzen auf die Verhandlungen des Bürgermeisters. "Ich will die andere Seite in die Pflicht nehmen", versichert Thönnessen. "Mehr Geld aus Viersen wird es nicht geben."

FRAGE DES TAGES

(RP/ac)