Beweisaufnahme im Prozess wegen Modes auf Campingplatz in Niederkrüchten noch nicht abgeschlossen

Prozess in Mönchengladbach : Mord auf Campingplatz - Neue Prozess-Anträge

Weitere Anträge haben am Dienstag verhindert, dass die Beweisaufnahme in einem Prozess wegen Mordes auf einem Niederkrüchtener Campingplatz geschlossen werden konnte.

Eine 52-Jährige aus Neuss ist wegen Mordes, ihr aus Viersen stammender Sohn (21) sowie zwei weitere Mittäter aus Mönchengladbach (23 und 24 Jahre) sind wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Die beiden Männer sollen im Auftrag von Sohn und Mutter deren Lebensgefährten angegriffen haben. Das Opfer soll noch gelebt haben, als die Männer es auf dem Campingplatz zurückgelassen haben. Laut Anklage soll die 52-Jährige dem Mann anschließend „mindestens zweimal mit einem Pflasterstein auf den Kopf geschlagen“ haben. Das Opfer starb noch am Tatort.

Der Verteidiger der Angeklagten möchte den Anklagevorwurf gegen seine Mandantin nun widerlegen: Sein Beweisantrag dreht sich um ein Handyfoto, das auf dem Handy eines der beiden Angeklagten wiederhergestellt werden konnte. Es zeige „augenscheinlich eine liegende männliche Person, deren Kopf seitlich nach rechts gedreht“ sei. Dies entspräche der Auffindesituation des Opfers Roland P. (54). Die auf dem Foto auszumachende Person habe Augen und Mund geschlossen, dies spräche dafür, dass hier eine Leiche zu sehen sei.

Da das Foto nur in schlechter Qualität vorliegt, soll ein Experte es mit entsprechenden Bildbearbeitungsprogrammen verbessern. Anschließend soll ein Sachverständiger klären, ob es sich bei der gezeigten Person um einen Toten handele.

In ihrem Antrag bat die Nebenklage, dass eine Sachverständige zu Spurenmaterial, das an der Kleidung des Opfers gefunden wurde, befragt werde. Die Verteidigung von Ramona K. sowie die Nebenklage baten zudem darum, Akteneinsicht in das vollständige Rohmaterial der von einer Spezialfirma wiederhergestellten Daten zu erhalten. Die Verteidigung erklärte dazu, dass es ihr um die Kommunikation der Männer zu ihren Freundinnen gehe und dass die Auswertung einige Zeit, eventuell Wochen, in Anspruch nehmen könnte. Die Kammer erwiderte, dass der Prozess nun nicht „Monate pausieren könne“, bis das Datenmaterial, das laut Staatsanwaltschaft seit Anfang Februar vorliege, gesichtet sei. Laut Staatsanwalt Stefan Lingen sei es „unwahrscheinlich, dass zu diesem Zeitpunkt noch etwas gefunden wird, das uns weiterhilft“. Die Polizei war mehrere Wochen mit der Auswertung beschäftigt. Doch der Verteidiger hält bereits die Tatsache, dass „Daten gelöscht wurden, für ein Auffindemerkmal“.

Über die neuen Anträge wird beim kommenden Termin am Dienstag, 11. Juni, entschieden. Die Plädoyers sind für Donnerstag, 13. Juni, geplant. Noch ist unklar, ob an dem Tag auch das Urteil ergehen wird.

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