Betrüger melden sich per E-Mail

Kreis Viersen : Erpresser verunsichern mit Porno-Masche

Fast täglich melden sich Internetnutzer, die E-Mails von Betrügern bekommen, bei der Kreispolizei

(RP) Die Polizei im Kreis Viersen warnt vor einer bundesweit laufenden Erpresser-Masche. Die Täter drohen per E-Mail Internetnutzern mit der Veröffentlichung von Videoaufnahmen, schreiben: „Dein Ruf steht auf dem Spiel“. „Fast täglich landet eine solche Anzeige auf dem Tisch der Viersener Ermittler“, berichtet eine Sprecherin der Kreispolizei.

Die Erpresser gaukeln dem Empfänger der E-Mail vor, sie hätten ihn beim Besuch von Internet-Pornoseiten und bei sexuellen Handlungen vor dem Computer erwischt und davon ein Video gefertigt. Wenn er nicht zahle, würde das Video an alle seine Kontakte geschickt. Deren Adressen hätten sie beim Hacken des Computers ja praktischerweise auch direkt bekommen. Die Täter fordern den Empfänger auf, ihnen eine bestimmte Summe in Bitcoin zu zahlen. Dabei handelt es sich um eine digitale Währung. Eine Anleitung dazu, wie er online ein entsprechendes Konto eröffnet, liefern die Erpresser in der E-Mail mit.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Zahl derer, die solche Mails erhalten, viel höher ist als die Zahl der Anzeigen. „Besonders gemein: Während ähnliche Erpresser-Mails meist sehr allgemein gehalten und schnell als Fälschungen zu entlarven sind, steht hier in der Betreffzeile oftmals ein Passwort, das der Empfänger tatsächlich verwendet hat“, erläutert die Polizeisprecherin. So werde ihm vorgegaukelt, dass die Täter wirklich Zugriff auf seinen Rechner haben. „Und das schockiert manche Nutzer so sehr, dass sie den Rest der Geschichte auch glauben – und zahlen“, ergänzt die Sprecherin.

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Die Polizei vermutet, dass die Erpresser durch Hackerangriffe auf schlecht gesicherte Internetseiten von Foren und Shops an die Namen der Empfänger und ihre Passwörter gelangen. Denn dort würden sie von Online-Gaunern abgegriffen und anschließend im Darknet verkauft: „An Ganoven, die dann die Erpressungsversuche starten“, sagt die Sprecherin. „Natürlich wissen die Erpresser nicht, ob jemand eine Pornoseite besucht hat oder nicht“, betont sie. „Und selbst wenn – der Besuch von legalen Pornoseiten im Internet ist nicht strafbar, Erpressung schon.“

Die Polizei rät dazu, nach dem Erhalt erpresserischer E-Mails niemals wie darin gefordert Geld zu überweisen. Die beste Art, mit solchen Mitteilungen umzugehen, sei, nicht darauf zu reagieren. „Diese Mails gehören in den virtuellen Papierkorb“, betont die Sprecherin. Es gebe keinen Ansatzpunkt für erfolgreiche Ermittlungen, ergänzt sie. Falls die Erpresser in der E-Mail ein Passwort des Empfängers nennen, sollte er dieses auf jeden Fall ändern. „Denn das wurde ausgespäht und könnte für andere Taten genutzt werden.“

(rp)
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