Besuch aus Afrika bei der Aktionsgemeinschaft Viersen-West-Afrika

Besuch in Viersen : Gute Nachrichten aus Benin

Über Besuch aus Afrika freute sich jetzt die Aktionsgemeinschaft Viersen-West-Afrika. Nicolas Adagbé von der afrikanischen Entwicklungshilfe „Finignon“, dem Kooperationspartner in Benin, kam an den Niederrhein.

Die Projekte laufen gut, die Hilfe kommt an und die Lage im Land ist derzeit stabil – mit diesen Nachrichten konnte Nicolas Adagbé jetzt das Vorstandsteam der Aktionsgemeinschaft Viersen-West-Afrika (Awa) erfreuen. Der Gründer der afrikanischen Entwicklungshilfegesellschaft „Finignon“ hatte einen Besuch seiner beiden in Frankreich lebenden Töchter genutzt und mit dem Zug einen Abstecher nach Viersen gemacht. Wobei er den Zeitpunkt so gelegt hatte, dass er punktgenau zum 75. Geburtstag von Awa-Vorsitzender Marina Hammes in der Kreisstadt angekommen war.

Die guten Nachrichten aus Benin waren für Hammes ein besonderes Geburtstagsgeschenk. „Unsere jährliche Reise nach Afrika liegt schon ein halbes Jahr zurück und es ist schön, aus erster Hand in einem persönlichen Gespräch zu erfahren, wie derzeit die Lage in Benin ist“, sagt Geschäftsführerin Brigitte Kamps-Kosfeld, die zusammen mit Hammes und deren Stellvertreterin Katja Poxleitner-Beckers sowie Cilly Weuffen-Laubach Anfang des Jahres drei Wochen in Afrika verweilte. Dort besuchten sie die Patenkinder und Projekte in den verschiedenen Dörfern, angefangen von der Nähschule und der Schreinerei bis hin zu Krankenstationen und Schulen. Dazu gehörte auch ein Besuch des Gymnasiums in Kpele-Nord, der Partnerschule des Erasmus-von-Rotterdam Gymnasiums in Viersen.

Sich selber vor Ort ein Bild zu machen, ist den Mitgliedern der Awa wichtig. „Mit unserer Arbeit verhindern wir Flucht. Anders als bei Kriegsflüchtlingen sollte man den Menschen im eigenen Land helfen, so wie wir das seit Jahren erfolgreich machen“, betont Hammes. Stolz ist die Awa auf ihre Studenten, die in Lomé studieren. Die Viersener Aktienbaugesellschaft bezahlt dort die jährliche Miete in Höhe von 2200 Euro für zwei Häuser, in denen die Studenten wohnen. „Dank einer Spende konnten wir jetzt unsere Studenten mit Laptops versorgen, die wir bei unserem Besuch in Lomé kauften. Es sind Leihgaben, wobei wir mit jedem Student einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen haben“, informiert Hammes. Was sie freut, ist die tatkräftige Hilfe der Studenten beim Ausladen des Containers, der immer punktgenau mit dem Eintreffen des Awa-Vorstandes in Lomé zusammenfällt. Zudem helfen die Studenten, die fast 600 Lebensmitteltaschen für die Patenkinder zu packen.

In Sachen der Patenkinder hat die Awa eine Verlängerung eingeführt. Bis die Jugendlichen eine Ausbildung beziehungsweise ein Studium abgeschlossen haben, bleiben sie ein Patenkind, was eine immense Hilfe für sie bedeutet. „Alle unsere Patenkinder waren wohlauf, als wir sie besuchten“, informiert Hammes. Die sich während der Reise noch im Bau befindliche Kita, in der zukünftig 100 Kinder lernen werden, ist inzwischen fertig gestellt und wird im September ihren Betrieb aufnehmen. „Feierlich einweihen werden wir sie bei unserer Reise im nächsten Jahr“, sagt Weuffen-Laubach. Zu den neuen größeren Projekten, die die Awa angehen will, gehört die Sanierung von zwei Krankenstation. Kostenpunkt: Einmal 22.000 Euro und einmal 25.000 Euro, da noch ein weiterer Anbau geplant ist.

Für Hammes lüftete sich an ihrem Geburtstag indes ein Geheimnis. Während des Aufenthaltes in Afrika kaufte Poxleitner-Beckers etwas ein, das sie sofort verschwinden ließ. „Ich war fast ein bisschen beleidigt, denn wir zeigen uns immer, was wir eingekauft haben. Ich konnte diese Geheimnistuerei überhaupt nicht verstehen“, erinnert sich Hammes. An ihrem Geburtstag verstand sie dann. Die drei Frauen hatten ihr eine Königskette als Geburtstagsgeschenk gekauft. Die Überraschung war gelungen. Eine noch größere Freude bringt das kommende Jahr. Dann kann die Awa auf 40 Jahre Arbeit in Afrika zurückblicken.

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