Benfiztanz in der viersener Villa V

Tanzperformance: Tanzen auf dem weichen Rasengrün

Auf der Wiese vor der Villa V zeigten fünf Akteure der Current-Dance-Company ihr Können. Die Besucher wurden unter freiem Himmel Teil der improvisierten Choreografie

Über die Wiese vor der Villa V an der Burgstraße in Viersen bewegen sich lautlos fünf schwarz gekleidete Tänzer. Jeder für sich scheinen sie den Garten mit allem, was darin ist, zu erkunden: Sie spüren den kleinen Brunnen mit ihrem Körper nach, bewegen sich wie in Zeitlupe über den Rasen, recken sich in die Höhe wie die mächtigen alten Bäume, die dort stehen.

Die Hamburger Tanzkompanie The Current Dance ist zu Gast in der Villa. Eingeladen zu dem Kultursommer-Event mit Tanzperformance und Präsentation von Fotografien von Maria Gibert hatte der Zonta-Club Niers-Schwalm-Nette. Ein schöner Anlass, aus verschiedenen Zonta- und anderen Clubs zusammenzukommen, Kunst, einander zu erleben und – wie Präsidentin Luz Edith David de Schläger betonte – Gutes zu tun. Gesammelt wurde für den St.-Martinverein.

Die ausdrucksstarken Bewegungen sind fließend. Manchmal ähneln sie den Bewegungen von Insekten. Foto: Knappe, Jörg (jkn)
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Insekten nicht unähnlich, kriechen manche der Tänzerinnen über den Boden. Jede ihrer Bewegungen vollführen sie in allerhöchster Fokussierung, Konzentration, extremer Entschleunigung, Zartheit und Behutsamkeit. Ihre Bewegungen sind fließend – wie das gedachte Wasser in Pool und Brunnen, wie der Wind, der durch die Blätter fährt.

Jede ihrer Bewegungen vollführen sie in allerhöchster Fokussierung, Konzentration, extremer Entschleunigung, Zartheit und Behutsamkeit. Foto: Knappe, Jörg (jkn)

Die fünf Akteure der Current-Dance-Companie haben keine Bühne, auf der sie einen Tanz, eine Choreografie aufführen. Der Garten und die Villa V – das ist ihr Raum, ihre Bühne, auf die sie improvisierend agieren. Aber wenn es keine Bühne gibt, dann gibt es auch keinen Zuschauerraum. Also bewegen sich die Tänzer um die Zuschauer, unter ihnen durch, an ihnen vorbei. Das führt zu dem ungewöhnlichen Phänomen, dass die Gäste Teil der Inszenierung werden – ebenso wie der gebaute oder natürlich gewachsene Raum. „Sie erhalten die Möglichkeit, die Performance „bewegend wahrzunehmen“, erklärt Choreografin Suse Tietjen. „Mit dem Durchqueren des Raumes werden Sie Gestalter des Raumes.“ Die Wahrnehmung werde „umgedreht“, so Choreografin Suse Tietjen. Liegen die Tänzer etwa auf dem Boden, dann kann man sie von oben betrachten, dann wird der Boden zu einer Art Wand. Am Ende bilden die fünf Tänzer Anja Blaß, Ingrid Hatleskog, Lidia Thiessen, Alexander Varekhine und Victor Bolzmann fast so etwas wie ein lebendiges Bild im Inneren der Villa. Dort und im Garten sind die Fotos von Maria Gibert zu sehen. Sie entdeckte während des Kunststudiums in Münster die Leidenschaft für Fotografie. Die Current-Dance-Companie begleitend, entwickelte sie eine Reihe von Fotografien, die die behutsamen Bewegungen der Tänzer festhalten.

Der weiche, grüne Rasen der Villa V wurde zur Bühne. Foto: Knappe, Jörg (jkn)
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