Bemerkenswertes Konzert in Viersen: Harfe imitiert Zuggeräusche

Tom Daun in Viersen : Bemerkenswertes Konzert – Harfe imitiert Zuggeräusche

Dass es neben der allbekannten großen Pedalharfe noch viel mehr kleine und größere Harfeninstrumente gibt und dazu eine Jahrhunderte alte, lebendige Tradition – vor allem in Spanien und in Südamerika – das erfuhren die Besucher anlässlich einer bemerkenswerten Konzertstunde in der ganz gefüllten evangelischen Stadtkirche Süchteln.

Organisator Ottmar Nagel hatte seinen Musikerfreund und Spezialisten für Alte Musik, Tom Daum, eingeladen.

Der ursprünglich „klassische“ Harfenist führte zunächst eine kleine Harfe vor, die zum Umhängen geeignet ist und auf der er eingängige mittelalterliche Weisen zu Ehren der Gottesmutter vortrug. Das nächst größere, aus der Barockzeit stammende Instrument –  schon mit einem volleren Klang – war so recht geeignet für andalusische Klänge, die einer jüdisch-spanischen Tradition entstammen. Eine Weiterentwicklung stellt die chromatische Harfe dar, auf der spanische Barockmusik hinreißend klingt – zumindest, wenn sie so meisterlich dargeboten wird wie von diesem Interpreten, der vor einigen Jahren noch einmal studiert hat – und zwar bei einem paraguayischen Virtuosen. An den südamerikanischen Kostbarkeiten ließ der Künstler das fasziniert mitgehende Publikum reichlich teilhaben. Das gipfelte in einem Tongemälde mit dem Namen „Der Milchzug“. Mittels der seinerzeit einzigen Bahnlinie Paraguays wurde jeden Morgen die Milch von den Bauernhöfen in die Städte gebracht. Diese Zuggeräusche konnte Tom Daum auf seiner Harfe täuschend echt  imitieren – eine gelungene Überraschung für das Auditorium. Großer Beifall.

Mehr von RP ONLINE