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Beigeordnete Cigdem Bern aus Viersen soll Stadtdirektorin in Krefeld werden

Stadthaus Viersen : Beigeordnete Bern vor Wechsel nach Krefeld

Noch ist Cigdem Bern Beigeordnete der Stadt Viersen. Doch nun ist sie als neue Beigeordnete für Krefeld im Gespräch. Dass die Politik sie in der Ratssitzung am 20. August in Krefeld wählt, darf als sicher gelten.

Die Krefelder Politik hat sich auf die Nachfolge-Regelung eines wichtigen Dezernats in der Stadtverwaltung geeinigt:  Die parteilose Viersener Beigeordnete Çigdem Bern soll demnach den Geschäftsbereich von Stadtdirektorin Beate Zielke übernehmen. Dazu zählen die Bereiche Personal, Organisation, Recht, Bürgerservice und Feuerwehr. Die Position des Stadtdirektors soll dem Vernehmen nach der dortige Sozialdezernent Markus Schön erhalten. Schön, Sozialdemokrat wie der Krefelder Bürgermeister Frank Meyer, gilt als dessen enger Vertrauter. Bern (Jahrgang  1977) verantwortet in Viersen die Bereiche „Kinder, Jugend und Familie“, „Soziales und Wohnen“ sowie „Schule, Kultur und Sport“ und leitet den größten Geschäftsbereich der Stadtverwaltung.

In Krefeld war der Name von Çigdem Bern bislang öffentlich nicht aufgetaucht. Sie hat mit ihrer Berufung nach Krefeld eine beachtliche Karriere hingelegt. Dass sie gewählt wird, darf als sicher gelten: Die Wahl taucht auf der Tagesordnung der Ratssitzung am 20. August auf; damit ist klar, dass die politischen Mehrheiten für die Personalie stehen.

Bern hatte erst im Februar 2019 die Stelle in Viersen übernommen. Sie ist dort Vorgesetzte von 530 Mitarbeitern. Geboren wurde sie in der Türkei, aufgewachsen ist sie in Deutschland.  Nach dem Abitur in Dortmund studierte sie Jura und legte ihre Erste Staatsprüfung in Gießen ab. Die Zweite juristische Staatsprüfung hatte den Schwerpunkt Arbeitsrecht.

Berufliche Erfahrungen sammelte sie bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Münster und Bonn, als Erste Beigeordnete der Stadt Honnef (zuständig für Bildung, Sport, Kultur, Jugendamt, Soziales, Asyl, Ordnungs- und Gewerbeamt, Feuerwehr, Bürgerbüro, Standesamt, Stabsbereich Strategie, Planung, Prozess- und Projektmanagement) und dann als Beigeordnete in Viersen.

Çigdem Bern hat sich in Viersen einen sehr guten Ruf erarbeitet. Sie gilt dort als durchsetzungsstark und sehr gut organisiert. Sie legt demnach Wert auf gut strukturierte Prozesse – was unter anderem als Voraussetzung für die Digitalisierung einer Verwaltung gilt. Diejenigen im Krefelder Rat, die Stadtdirektorin Beate Zielke abgewählt haben, haben ihr dies vorgeworfen: Dass sie die Digitalisierung nicht vorangetrieben hat. Das passt: Çigdem Bern hat in Viersen die Digitalisierung an Schulen mit einem fraktionsübergreifend als klug bewerteten Konzept vorangebracht. Auch beim Kita-Ausbau hat sie wichtige Fortschritte erzielt.

Bern ist als Parteilose keinem Lager zuzurechnen und wird wohl fraktionsübergreifend auf Zustimmung stoßen. Mit ihrer Affinität zur Digitalisierung und ihren organisatorischen Fähigkeiten füllt sie das Defizit aus, das Kritiker unter der Hand Beate Zielke angelastet haben: So sehr Zielke als exzellente Juristin geschätzt wird, so sehr wünschten sich Teile des Rates frischen Wind für das Personalmanagement und eben die Digitalisierung der Verwaltung. Unklar ist, wann genau Çigdem Bern als Nachfolgerin von Stadtdirektorin Beate Zielke nach Krefeld kommt.