Viersen: Begabte Grundschüler büffeln schon am Gymnasium

Viersen: Begabte Grundschüler büffeln schon am Gymnasium

"Stärken stärken" ist das Motto eines neuen Projektes am EVR in Viersen. Talentierte Grundschüler sollen in den Naturwissenschaften gefordert werden

Eigentlich hätten die Kinder der Gemeinschaftsgrundschule Rahser und des Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums schon längst Schule aus. Trotzdem sitzen sie noch an ihren Tischen und lauschen interessiert ihrer nächsten Arbeitsaufgabe.

Gestern begann die erste Stunde eines Pilotprojektes zur Förderung begabter Grundschüler. Zehn Kinder lernen ab jetzt jede Woche im Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium für eine Stunde etwas über Biologie, Physik und auch Musik. Nur drei der Kinder kommen von dem Gymnasium, der Rest besucht die Gemeinschaftsgrundschule Rahser. Durch den Unterricht führen Holger Ecken und Irmgard Bauer sowie Silke Dückers-Klichowski und Marcel Schmitz. "Wir sind sehr froh darüber, dass das Projekt nun geklappt hat", sagt Ecken, der sich um den Bereich der Physik bei dem Projekt kümmert.

Schon lange gebe es eine intensive Zusammenarbeit von Grundschulen und Gymnasium, um den Kindern den Übergang zu erleichtern. Dieses Projekt allerding sei ganz neu, "ein Pilotprojekt", erklärt Ecken. Am Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium herrscht schon großes Interesse an den sogenannten MINT Fächern: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Alleine drei Viertel der Schüler haben zusätzliche Stunden in diesem Bereich. Die Schüler, die aufgrund einer Fremdsprache keine Zeit dafür haben, können sich nun in diesem Projekt mit den Naturwissenschaften beschäftigen. An der Gemeinschaftsgrundschule Rahser wird in diesem Bereich nur Sachunterricht angeboten. "Wir haben gar nicht dieselben Möglichkeiten, zum Beispiel auch in materieller Hinsicht", erklärt Dückers-Klichowski, Schulleiterin der GGS.

Der Gedanke hinter der Zusammenarbeit ist, dass die Gymnasiasten die jüngeren Grundschüler unterstützen können. Da sie schon mehr Fähigkeiten und Erfahrung mit den Methoden erworben haben, können sich die Kinder in den Gruppenarbeiten austauschen. Der Fokus liegt auf eigenständigem Arbeiten der Kinder mit Experimenten und Versuchen. Nach den Osterferien sollen sie eine eigene Pflanze züchten.

Die Planung zum Projekt begann im Herbst 2017. "Erst haben wir gegenseitig in der Schule hospitiert und anschließend zusammen die Stunden geplant", sagt Ecken. Drei Stunden die Woche haben die vier Lehrer in das Projekt gesteckt. Und auch jetzt treffen sie sich jede Woche, um den weiteren Ablauf abzuklären. Insgesamt sind 14 Stunden geplant.

In der nächsten Stunde werden die Kinder herausfinden, warum Luftballons schweben und auch die Sicherheitsmaßnahmen in den Räumen besser kennenlernen. Sena (10), Fünftklässlerin am Gymnasium, kennt sich schon aus : "Wir dürfen nicht trinken oder essen hier, weil sonst giftige Chemikalien darein kommen können".

(RP)