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Baugebiet "Zum Burghof" in Schwalmtal-Waldniel wird größer

Planung in Schwalmtal : Baugebiet „Zum Burghof“ wächst weiter

Im dritten Bauabschnitt sind alle Grundstücke verkauft, die Planung des vierten Bauabschnitts läuft jetzt an. Langfristig will die Gemeinde auf der anderen Seite der Nordtangente auch das Hauser Feld bebauen.

Die Gemeinde Schwalmtal will das Baugebiet „Zum Burghof“ in Waldniel deutlich erweitern. Nachdem im ersten und zweiten Bauabschnitt entlang der Lüttelforster Straße und der Roermonder Straße längst Einfamilienhäuser stehen, sind auch die Grundstücke im dritten Abschnitt verkauft. Der dritte Abschnitt umfasst den nördlichen Bereich der Fläche zwischen Nordtangente und Lüttelforster Straße. Dort werde 2019 „kräftig gebaut“ werden, sagt Planungsamtsleiter Bernd Gather.

Für die weitere Entwicklung des Baugebiets hat die Schwalmtaler Politik jetzt die Weichen gestellt. Einstimmig beauftragte der Rat in seiner jüngsten Sitzung die Verwaltung, die erforderlichen Schritte für die Entwicklung des vierten Bauabschnitts einzuleiten. Damit der vierte Abschnitt, der den südlichen Bereich der Fläche zwischen Nordtangente und Lüttelforster Straße umfasst, entwickelt werden kann, muss der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Die Gemeindeverwaltung rechnet damit, dass die Bauleitpläne Ende 2019 rechtskräftig werden, so dass die Baustraßen im Frühjahr 2020 angelegt werden könnten. Dann könnte die Gemeinde auch die Grundstücke im vierten Abschnitt vermarkten.

Mit dem Beschluss folgte der Rat dem einstimmigen Votum des Ausschusses für Planung, Umwelt und Verkehr, der nicht nur der weiteren Entwicklung des vierten Abschnitts zugestimmt hatte, sondern auch empfohlen hatte, den Bau eines Kindergartens zu prüfen. „Wir halten es für zwingend notwendig, dort einen Kindergarten vorzuhalten“, hatte Jürgen Heinen, Fraktionsvorsitzender der Grünen, im Ausschuss erklärt. Der CDU-Fraktionschef Thomas Paschmanns pflichtete ihm bei, verwies aber auf flexible Konzepte, die es möglich machten, das Gebäude so zu nutzen, wie es für die Nachbarn sinnvoll sei: als Kindergarten, wenn viele Kinder im Wohngebiet leben, als Tagespflege für Senioren, wenn die Menschen im Wohngebiet älter werden. Eine „charmante Lösung“, wie Marco Kuhn (SPD) erklärte.

Nicht ganz so einig sind sich die Fraktionen hingegen bei der weiteren Entwicklung des Wohngebiets. Die Gemeinde möchte auch das Gebiet auf der anderen Seite der Nordtangente, das Hauser Feld, für eine Wohnbebauung vorbereiten. Das setzt allerdings voraus, dass das Gebiet im Regionalplan entsprechend verzeichnet ist. Nun sind die Kommunen in der Region Düsseldorf aufgefordert worden, Flächen zu benennen, die für eine weitere Wohnbebauung in Frage kämen.

Die von den Kommunen benannten Flächen sollen nach verschiedenen Kriterien geprüft werden, etwa danach, ob durch eine Bebauung dort die Verkehrsbelastung in der Region verringert werden könnte, ob es eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr gibt, ob mit ökologischen Konflikten zu rechnen ist und ob eine zügige städtebauliche Umsetzung möglich wäre. Dafür werden Punkte verteilt, die Flächen in einem Ranking erfasst.

Die Gemeindeverwaltung hatte vorgeschlagen, der Bezirksregierung drei Flächen zu melden: den Bereich westlich der Nordtangente, eben das Hauser Feld, alternativ das Dreieck zwischen L475, Heerstraße und Gladbacher Straße in Waldniel sowie der Bereich zwischen Dorfstraße, Schellerstraße und L372 in Amern. Die Idee stieß bei den Grünen auf wenig Gegenliebe. „Wir wollen keine weitere Verdichtung an der Nordtangente“, erklärte Fraktionschef Heinen im Planungsausschuss. Er forderte, die Prioritäten zu ändern, erst die Entwicklung der Flächen an der Heerstraße in Waldniel und hinter der Windmühle in Amern der Bezirksregierung zu melden.

Gather erläuterte, dass man die Gebiete nur entwickeln könne, wenn sie im Regionalplan verzeichnet seien, „aber wann wir das umsetzen, entscheiden Sie“, so Gather. Mit Blick auf den Kriterienkatalog der Bezirksregierung fügte Gather hinzu: „Wir müssen schauen, dass wir gute Flächen anbieten, damit wir nicht aus dem Ranking fliegen.“

Hans Engels (CDU) gab zu bedenken: „Wir greifen immer mehr jungfräuliches Ackerland ab.“ Hermann-Josef Welters (SPD) fragte, ob man mit Blick auf den Stau auf der A52 nicht über einen S-Bahn-Anschluss nach Düsseldorf nachdenken müsse. Elf Ja-Stimmen gab es im Ausschuss für den Vorschlag der Verwaltung, vier Nein-Stimmen und sechs Enthaltungen. Ebenso uneinheitlich war das Votum des Rates. Dort gab es 16 Ja- und sieben Nein-Stimmen sowie sieben Enthaltungen.