Kreis Viersen: Bauern kritisieren Naturschutz-Behörde

Kreis Viersen : Bauern kritisieren Naturschutz-Behörde

Zwischen Landwirten und Naturschutzbehörden gibt es mal wieder einen Konflikt. Der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Krefeld-Kreis Viersen, Paul-Christian Küskens wehrt sich gegen Vorwürfe des Bundesamtes für Naturschutz, die Landwirtschaft sei am Rückgang bestimmter Vogelarten aktiv beteiligt. Naturschutz funktioniere nur in Kooperation mit der Landwirtschaft.

Als Beispiel nennt er die Feldlerche. Sie habe sich wie viele andere heimische Vogelarten in den vom Ackerbau geprägten Kulturlandschaften angesiedelt, die so erst entstanden seien, erklärt Küskens. Die seit Jahrzehnten vom Naturschutz forcierte und praktizierte "Anreicherung" der Äcker mit Hecken, Gebüschen, Alleen und umfangreichen Aufforstungen nützten der Feldlerche nichts. Sie lebe und brüte in der Offenlandschaft, also auf dem Acker oder auf dem Randstreifen und halte sich von Gehölzen weit fern.

Rheinische Kulturlandschaft

"Das Prinzip des kooperativen Artenschutzes mit der Landwirtschaft wird im Rheinland gelebt", unterstreicht Küskens. Er weist auf das Projekt "1000 Fenster für die Lerche" hin, das die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft betreut. Darin zeigten auch die hiesigen Bauern, dass sie sich gerne tatkräftig für den sympathischen Vogel einsetzen. Und das sei nur ein Beispiel für ein erfolgreiches Artenschutzprojekt. In den vergangenen drei Jahren haben nach Küskens' Angaben die Landwirte landesweit mehr als 20 000 solcher Feldlerchen-Fenster angelegt. Bei dem aus England stammenden Konzept wird Getreide gezielt nicht auf etwa 20 Quadratmeter große Feldfläche ausgesät. Diese "Fenster" dienen als Anflugschneise. "Hierdurch und durch die große Beteiligung der Landwirte am Förderprogramm leisten die rheinischen Landwirte einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Feldvögel", sagt der Vorsitzende.

Der Rückgang von Vogelarten wie Feldlerchen werde oft ausschließlich der Landwirtschaft angelastet. Sie habe ohne Zweifel einen Anteil daran, "aber andere maßgebliche Faktoren werden nahezu ausgeblendet", erklärt Paul-Christian Küskens. Er sei über die einseitige Schuldzuweisung des Bundesamtes enttäuscht. Unterschlagen würden die Zerschneidung und Zersiedlung der Landschaft sowie die wachsenden Probleme durch freilaufende Hunde, Katzen und natürliche Feinde wie Krähen und Greifvögel.

"Während hierzulande Singvögel geschützt werden, stehen sie in anderen europäischen Ländern auf dem Speiseplan", kritisiert der Vorsitzende der Kreisbauernschaft. "Wir können so viele Feldlerchenfenster anlegen, wie wir wollen. Wenn die Tiere in Südeuropa legal gejagt werden, nützt das leider wenig."

(RP)