Baubeginn im Stadion am Hohen Busch in Viersen

Stadion-Modernisierung in Viersen: Am Hohen Busch wird kräftig gebaut

Die Modernisierung des altehrwürdigen Stadions ist in vollem Gange. Der 1. FC Viersen und die LG Viersen lassen mit Unterstützung der Stadt für etwas über eine Million Euro eine Leichtathletikanlage und einen neuen Rasenplatz bauen.

Ein bisschen Wehmut war schon im Spiel, als eine Baumaschine am Mittwochvormittag begann, die Grasnarbe des Rasenplatzes im altehrwürdigen Stadion am Hohen Busch abzufräsen. „Der schöne Rasen“, meinte Michael Berghausen mit einem Augenzwinkern. Der Vorsitzende des 1. FC Viersen hatte sich mit Elmar Orta, seinem Amtskollegen von der LG Viersen, Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) und Sportdezernent Paul Schrömbges anlässlich des Starts des Stadionumbaus am Hohen Busch getroffen. Ab 28. Oktober rückte der Sportstättenbauer Heiler aus Bielefeld nach und nach mit schwerem Gerät an, inzwischen sind die Bauarbeiten in vollem Gange. Spätestens am 31. Mai 2019 soll alles fertig sein.

Damit endet dann ein Prozess, den schon Ortas Großvater als Vereinsgründer der LG Viersen in den 1980er-Jahren angestoßen hatte. Seit rund zwölf Jahren ist es nun Elmar Orta, der mit daran arbeitet, den Traum von einer zeitgemäßen Sportstätte mit Kunststofflaufbahn in Alt-Viersen zu verwirklichen. Die LG und der 1. FC Viersen packten die Chance beim Schopfe, als es in der neuen Rat-Wahlperiode ab 2015 darum ging, die Sportpauschale des Landes in Höhe von 200.000 Euro pro Jahr (inzwischen 212.000) im Voraus über mehrere Jahre hinweg auf die verschiedenen Sportstätten-Sanierungsprojekte (Boisheim, Dülken, Hoher Busch) im Stadtgebiet zu verteilen. Voraussetzung war allerdings, dass die Vereine einen Eigenanteil von 25 Prozent stemmen. Dazu waren LG und 1. FC bereit, taten sich zusammen und entwickelten im Laufe der Jahre zusammen mit der Stadtverwaltung ein Konzept, das auch bei der Lokalpolitik ankam. Probleme gab’s nur bei der Finanzierung, weil es mehrfach zu Kostensteigerungen kam. Erst im Mai bewilligte der Stadtrat noch einmal einen Nachschlag von 70.000 Euro und verhinderte so ein Scheitern des Projekts. Derzeit betragen die Baukosten für eine moderne Kunststoff-Leichtathtletikanlage und einen neuen Rasenplatz 1,056 Millionen Euro, davon kommen 782.500 Euro aus der Sportpauschale, 274.000 bringen die beiden Vereine mithilfe der Sparkassenstiftung, Spenden und Eigenleistungen auf. Wobei bei der Gesamtsumme noch leichte Ausschläge nach unten und oben möglich sind. Weil die Stadt zum Beispiel die abgetragene Grasnarbe an anderer Stelle verwerten kann, entfallen die Entsorgungskosten.

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Dafür gibt es jetzt die Idee, den Umbau zu nutzen, um das Stadion künftig mit Flutlicht auszustatten zu können. Entsprechende bauliche Vorarbeiten würden mit rund 20.000 Euro zu Buche schlagen. „Das wäre sinnvoll. Wir müssen das aber erst fachlich prüfen und gucken, wie wir das im Haushalt unterbekommen“, sagte Sportdezernent Paul Schrömbges. Frisches Geld kommt nächstes Jahr ins Spiel, weil die Landesregierung erst vergangene Woche ankündigte, 300 Millionen Euro für die Sportstättensanierung in NRW zur Verfügung zu stellen. Das kommt zwar für den Stadionumbau zu spät, aber es gibt noch weitere Projekte in Viersen. „Wir wollen ja noch den zweiten Kunstrasen am Hohen Busch und die Leichtathletikanlage am Albertus-Magnus-Gymnasium in Dülken erneuern“, erklärte Paul Schrömbges.

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