Schwalmtal: Barbara Schoor zeigt Bilder aus der Heimat

Schwalmtal: Barbara Schoor zeigt Bilder aus der Heimat

Die ehemalige Waldnielerin stellt bis April Aquarelle in der Residenz im Park aus

Acryl- oder Ölfarben kommen für Barbara Schoor nicht in Frage. "Aquarell ist am ehrlichsten. Wenn ein Strich gemacht ist, dann ist er gemacht. Dann kann ich nicht einfach drüber malen", sagt die 64-jährige Mönchengladbacherin, die lange in Waldniel gewohnt hat. Farbenfrohe gegenständliche Aquarelle sind ihr Markenzeichen. Was sie sieht und was sie berührt, das bringt sie aufs Papier oder auf die Leinwand. Das kann ein Huhn sein, das können Wein-Gläser sein, Essensgegenstände oder auch Motive aus Schwalmtal wie etwa das älteste Haus, der Damm oder der Friedhofseingang.

Gut 40 Bilder mit überwiegend Schwalmtaler Motiven sind derzeit in der St.-Antonius-Residenz im Park zu sehen. Noch bis April hängen Schoors Aquarelle an der Schulstraße. Betreiber Michael Heunen hatte die ehemalige Waldnielerin gefragt und die Ausstellung damit angestubst. Schoor hat schon als Kind gern gemalt. Doch ihre Leidenschaft für Farbe und Formen lag lange Zeit auf Eis. "Die Kinder sind groß, Sport ist Pflicht. Also habe ich das Malen zu meinem Hobby gemacht", erzählt Schoor. Zu einem Hobby, das sie ernsthaft betreibt: Sie unternimmt Malreisen, besucht Künstler-Workshops. Ihre Bilder hat sie bereits in Mönchengladbach, Neuss und an der Mosel ausgestellt. Demnächst möchte sie an der Konstantinstraße in Mönchengladbach ein Zentrum für kleine und große Kunstinteressierte eröffnen.

Viele kennen Barbara Schoor auch als Bärbel Schoor. "Das ist eigentlich mein Rufname. Barbara wurde ich von meiner Mutter genannt, wenn es ernst wurde", erzählt die Mönchengladbacherin. Viele dürften auch ihren Mann kennen: Der Architekt und Bauingenieur Hans-Joachim Schoor war 26 Jahre in der Mönchengladbacher Kommunalpolitik aktiv und viele Jahre FDP-Fraktionsvorsitzender.

Bei aller Leidenschaft für die Malerei bleibt Schoor doch der Realität verhaftet. "Ich male gegenständlich, aber ich mag es, wenn die Farben in einander verlaufen." Abstrakte Kunst ist indes nicht ihre Welt. An Porträts wagt sie sich nicht heran. "Ich habe es mal gemacht und dafür auch Lob bekommen, aber es verlangt schon sehr genaues Sehen." Ihre Motive kommen aus dem Alltag. "Es kann alles Mögliche sein. Der Hahn zum Beispiel rührt daher, dass meine Mutter früher immer Hühner hatte. Ich sehe etwas, das mein Herz berührt, und das wird dann zum Motiv."

Wenn ihr unterwegs etwas begegnet, fotografiert sie es. Manchmal hat sie den Farbkasten auch in der Handtasche - auch das würde bei Acryl nicht funktionieren.

(RP)