Kreis Viersen: Bald "grünes Licht" für den zweigleisigen Ausbau

Kreis Viersen : Bald "grünes Licht" für den zweigleisigen Ausbau

"Grünes Licht" wahrscheinlich noch in diesem Jahr erwartet Verkehrsminister Michael Groschek für den ersehnten zweigleisigen Ausbau der Schienenstrecke zwischen Kaldenkirchen und Dülken.

Sein Optimismus gründet sich auf jüngste Gespräche mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, der bereits unter Peter Ramsauer diese Aufgabe wahrnahm. Groschek haben die Bemühungen der RoCK-Initiative um den Ausbau überzeugt. In der "Region of Connected Knowledges" - dafür steht "RoCK" - haben sich die großen Städte zwischen Eindhoven und Düsseldorf für eine IC-Verbindung zusammengeschlossen. Mit einem Halt in Viersen und Lärmschutz, wie der Kreis fordert. Groschek setzt darauf, dass er nicht nur durch Wände, sondern durch die vorgeschriebene technische Aufrüstung des Wagenmaterials bis 2020 verwirklicht wird. Landespolitisch verknüpft der Sozialdemokrat den Streckenausbau mit dem Traumziel des Eisernen Rheins. "Das ist vielleicht zwischen historischer Strecke und Alternative an der A 52 der dritte Weg, zumindest für den Übergang", sagte er.

Komplexer wird die Planung und Finanzierung der Regiobahn (S 28), die zunächst nur als Stummellösung von Kaarst bis Viersen umgesetzt werden soll. Kreisdezernent Andreas Budde wies darauf hin, dass der Kreis sowie die Städte Viersen und Willich das jährliche Betriebsdefizit in Höhe von 5,3 Millionen Euro keinesfalls schultern werden. Im Verkehrsverbund ist die Neigung zurzeit aber auch eher gering, das Geld über die Umlage für Schienenverkehr bei allen VRR-Mitgliedern einzuholen. Also setzt man auf das Land, denn das beteiligt sich an der Ostausdehnung der S 28 über Mettmann hinaus. "Das sollte auch in Richtung Westen möglich sein", sagte Budde. Auf jeden Fall müssen rund 54 Millionen Euro für die Reaktivierung ausgegeben werden.

Sehr interessiert hörte sich Groschek an, was auf dem früheren RAF-Flughafen in Elmpt geschieht. Dort sind sich nach Angaben von Wilhelm Mankau aus Niederkrüchten alle Akteure einig über die Einrichtung eines Gewerbestandorts, die Gewinnung erneuerbarer Energien, Rückführung von Flächen in die Natur und zur Erholung sowie Erhaltung des Golfplatzes. Angesichts der Ausmaße der 870 Hektar großen Fläche weiß Groschek, dass das Land hier helfen muss.

(lp)