Schwalmtal: Bäckerei Kamps bleibt in Schwalmtal

Schwalmtal: Bäckerei Kamps bleibt in Schwalmtal

Die Kamps GmbH zieht vorerst nicht nach Erkelenz. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, bleiben Produktion und Verwaltung am bisherigen Standort. Dort will die Großbäckerei einen einstelligen Millionenbetrag investieren

Die Kamps GmbH hält für Produktion und Verwaltung an ihrem bisherigen Standort in Schwalmtal fest. Die Großbäckerei teilte gestern mit, dass die in diesem Jahr gelaufenen Planungen, nach Erkelenz umsiedeln und dort im kommenden Jahr bauen zu wollen, "zunächst verschoben" werden. Grund für diese Entscheidung sei eine Veränderung der Investitionsprioritäten der Eigentümer.

Einen hohen zweistelligen Millionenbetrag wollte das Bäckerei-Unternehmen im Gewerbegebiet Gipco investieren, hatte es im März geheißen. Die GmbH wolle in Erkelenz expandieren und Ende kommenden Jahres dorthin ziehen. Der aus der Bretagne stammende Gründer der Unternehmensgruppe Le Duff, welche seit Mai 2015 die Mehrheit an der Kamps GmbH mit Sitz in Schwalmtal hält, habe die in Erkelenz gebotenen Expansionsmöglichkeiten gesehen, hatte die Kamps GmbH damals erklärt.

Gestern teilte Thomas Prangemeier, Geschäftsführer der Kamps GmbH, mit: "Wir prüfen laufend, welche Schritte für unser Unternehmen strategisch Sinn machen, und die sich verändernde Marktsituation erfordert Flexibilität in unseren Planungen. Die Entscheidung über einen Neubau wird aufgeschoben, und wir prüfen, wann wir dieses Projekt wieder aufnehmen."

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Wie ein Unternehmenssprecher gestern erläuterte, will die Kamps GmbH in Schwalmtal einen einstelligen Millionenbetrag investieren, um die Abläufe in der Produktion zu verbessern: "Wir wollen neue Voraussetzungen für Wachstum schaffen und die Prozesse optimieren." Insgesamt sind am Standort Schwalmtal 443 Mitarbeiter tätig - 230 von ihnen in der Produktion, die übrigen in der Verwaltung, im Außendienst und in den eigenen Filialen. In Schwalmtal war gestern die Freude über die Entscheidung des Unternehmens groß. "Als Gemeinde sind wir sehr froh darüber", sagte der allgemeine Stellvertreter des Bürgermeisters bei der Gemeindeverwaltung, Bernd Gather. Für die Mitarbeiter, die gestern über die Unternehmensentscheidung informiert wurden, sei das "sicherlich eine gute Nachricht zu Weihnachten". Auch Schwalmtals Kämmerin Marietta Kaikos äußerte sich erfreut: "Kamps ist mit Schwalmtal schon so lange eng verbunden, ich freue mich, dass das Unternehmen hierbleiben will." Die Kamps GmbH gehört zu den wichtigsten Gewerbesteuerzahlern in der Gemeinde Schwalmtal.

Die Stadt Erkelenz bedauerte in einer ersten Stellungnahme gestern, dass die Großbäckerei in Schwalmtal bleiben will. Bürgermeister Peter Jansen (CDU) äußerte aber auch die Hoffnung, dass Erkelenz in der zukünftigen Planung berücksichtigt werden könnte. "Wir bleiben mit Kamps in Kontakt, und die Tür bleibt auf", erklärte Jansen.

Sollten derweil andere gute Ansiedlungen möglich werden, könnte man sich in Erkelenz vorstellen, auch diese zu realisieren. Ulrich Schirowski, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung für den Kreis Heinsberg, der seinerzeit den Kontakt zwischen Kamps und der Stadt Erkelenz hergestellt hatte, bedauerte ebenfalls, dass die Großbäckerei an ihrem bisherigen Standort bleiben will. Er mache sich aber keine Sorgen um nun zunächst nicht benutzte Grundstücke im Gewerbegebiet Gipco: "Die Fläche gehört zu den Filetstücken, die wir im Kreis Heinsberg haben - da mache ich mir keine Sorgen, dass sich dieses nicht vermarkten lässt." Die in diesem Jahr geleisteten Planungen für die Gipco-Erweiterung seien auch "nicht nutzlos gewesen", fügte Ansgar Lurweg, der Technische Beigeordnete, an: "Auf diesen Grundüberlegungen lässt sich aufbauen."

(RP)