Bäcker Johannes Tönnissen erhält den Eisernen Meisterbrief

Feier in Brüggen : Eiserner Meisterbrief für Tönnissen

Johannes Tönnissen hat beim Erntedankfest des Seniorenkreises der Bäcker-Innung den Eisernen Meisterbrief der Handwerkskammer Düsseldorf erhalten. Vor 65 Jahren machte der Brüggener seinen Meister im Bäckerhandwerk.

Obermeister Rudolf Weißert von der Niederrheinischen Bäcker-Innung Krefeld-Viersen-Neuss und Stellvertreter Erich Lehnen überreichten die besondere Auszeichnung. Tönnissen war selbst jahrelang Obermeister der Bäcker-Innung, aber ihm war es nicht vergönnt, einen Eisernen Meisterbrief zu überreichen: „Ich habe das in meiner Zeit nie erlebt.“ Jetzt hat er ihn selbst erhalten. 1953 bestand er die Meisterprüfung als Bäcker. Und die Liebe zu seinem Beruf ist bis heute ungebrochen.

Vier Jahre nach der Meisterprüfung machte sich Tönnissen, der in der Bier-Stadt Issum geboren wurde, in St. Hubert selbstständig. Ebenfalls 1957 heiratete er seine Frau Annemarie. Mit ihr zusammen gründete er eine große Familie. Das Paar hat vier Kinder, acht Enkelkinder und drei Urenkel. „Bei uns zu Hause ist immer was los“, erzählt Tönnissen mit viel Wärme und Freude in der Stimme. Nicht nur die Familie wuchs, sondern auch der Betrieb. Nach acht Jahren in St. Hubert zog die Familie nach Brüggen, wo Tönnissen einen neuen Betrieb gründete und 1980 das Burgcafé mit 140 Plätzen eröffnete, das vor einigen Jahren an die Bäckerei Oomen aus Wachtendonk verkauft worden ist. Tönnissen hatte aber nicht nur das eigene Unternehmen im Blick, sondern kümmerte sich auch stets um das Bäckerhandwerk insgesamt. So engagierte er sich viele Jahre lang als Obermeister der Innung und als Aufsichtsrat der Bäcker-Einkaufsgenossenschaft Bäko. Heute ist er Ehren-Obermeister seiner Innung.

Mit Freunden fährt Tönnissen regelmäßig mit seinem E-Bike durch den Naturpark Schwalm-Nette, er ist im Sportverein und ältestes Mitglied in der St- Nikolaus-Bruderschaft in Brüggen. Und natürlich backt er am Wochenende, wenn seine Kinder, Enkelkinder und Urenkel da sind. „Da darf sich jeder einen Kuchen oder eine Torte wünschen, die backe ich dann.“ Von dieser Regel gibt es eine Ausnahme, und zwar an seinem eigenen Geburtstag, denn der fällt auf den 1. Januar. „Das ist immer sehr praktisch. Wir feiern erst Silvester, dann meinen Geburtstag. Die Gäste können einfach bleiben.“ Am Neujahrstag 2019, zu seinem 88. Geburtstag, gibt es bei Tönnissens wie jedes Jahr Neujahrsbrezeln – selbstgebacken natürlich. RP

(RP)
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