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Badeunfall in Niederkrüchten: Siebenjähriger außer Lebensgefahr

Nach Unfall am Venekotensee : Siebenjähriger nach Badeunfall außer Lebensgefahr

Die Gemeinde Niederkrüchten sucht nach einer Lösung für die zahlreichen Probleme rund um den Venekotensee. Am Samstag war ein Junge beinahe im See ertrunken.

Aufatmen in Niederkrüchten: Der siebenjährige Junge, der am Samstag nach einem Unfall im Venekotensee beinahe ertrunken wäre und wiederbelebt werden musste, ist außer Lebensgefahr. Der junge Wegberger muss aber weiter auf der Intensivstation in einer Spezialklinik behandelt werden. Anwohner der Siedlung hatten vor dem heißen Wochenende ihre Sorge über die zu erwartenden Besuchermassen geäußert, die Gemeinde Niederkrüchten hatte verstärkte Kontrollen angekündigt.

Wie konnte es zu dem Badeunfall kommen?

Nach Information der Polizei war der Junge im Wasser, obwohl er nicht schwimmen konnte. Sein Vater, der laut Polizei ebenfalls nicht schwimmen konnte, hatte ihn begleitet; die Mutter war nicht vor Ort. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt in dem Fall.

Wer kümmerte sich um das verunglückte Kind?

Ersthelfer haben nach Bergung des Kindes sofort mit der Wiederbelebung begonnen. Nach aktuellen Informationen der Polizei gehörten dazu auch zwei Ärztinnen, die zufällig vor Ort waren. Danach haben der Notarzt und später der Arzt des Rettungshubschraubers die medizinische Betreuung übernommen.

Können solche Unfälle überhaupt verhindert werden?

Am Venekotensee ist Baden verboten; Schilder weisen darauf hin. „Es liegt auch in der Eigenverantwortung des einzelnen, wenn er dann trotzdem dort schwimmt“, sagt Niederkrüchtens Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos). Über das Risiko müsse sich jeder im Klaren sein. Nach seiner Ansicht sei eine bessere Kontrolle möglich, wenn ein Teil des Sees in einen Badesee umgewandelt würde. „Dann könnte man den Zugang kontrollieren, man könnte eine Aufsicht und WCs einrichten.“

Wie oft mussten Ordnungsamt und Polizei rund um den Venekotensee eingreifen?

„Seit Donnerstag wurden 45 Wagen abgeschleppt, mehr als 150 Mal wurden Bußgelder wegen Falschparkens verhängt“, erklärte Wassong auf Anfrage. Auch der Kreis Viersen habe 100 Mal Bußgelder verhängt, etwa wegen Rauchens oder wegen Brandgefahr durch glühende Shisha-Kohlen. Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung habe es nicht gegeben.

Was hat der private Sicherheitsdienst gebracht?

„Wir waren am Freitag und Samstag mit bis zu 14 Personen vor Ort, an diesen Tagen hat auch der private Sicherheitsdienst von 15 Uhr bis Mitternacht kontrolliert, am Sonntag bis 22 Uhr“, erklärte Wassong. Aber: „Die Menge der Besucher hat uns an unsere Grenzen gebracht.“ Dennoch habe sich der Sicherheitsdienst, der auch bereits 2019 im Einsatz war, bewährt.

Was wird die Verwaltung jetzt tun?

„Wir werden noch in dieser Woche mit der Gemeinde Brüggen über die Seen-Problematik sprechen“, kündigte Wassong an. Auch in Brüggen wurde am Wochenende am Dahmen- und am Borner See stärker kontrolliert.

Kann die Polizei  bei den  Problemen mit Badeunfällen, Wildparkern, Müll und lauten Partys helfen?

„Wir werden weiterhin die Gespräche mit der Gemeinde Niederkrüchten fortsetzen“, so eine Sprecherin der Polizei. „Wenn die Gemeinde zur Bewältigung der Ordnungsstörungen Amtshilfe benötigt, stehen wir – wie bislang auch am Königshüttesee – zur Verfügung.“