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Automaten-Sprengungen: Bundesregierung sieht Banken in der Pflicht

Viele Vorfälle im Kreis Viersen : Kampf gegen Sprengungen von Geldautomaten

Welche Möglichkeiten die Bundesregierung sieht, um die Zahl der Automatensprengungen nahe der niederländischen Grenze zu reduzieren. MdB Martin Plum (CDU) hatte die Anfrage gestellt.

Vier Geldautomaten-Sprengungen im Kreis Viersen bis März 2022  haben den Viersener CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Plum dazu veranlasst, die Bundesregierung zu befragen, welche Erkenntnissen sie zu der hohen Zahl an Bankautomatensprengungen nahe der niederländischen Grenze hat und welche Möglichkeiten, sie sieht, diese Tat zu reduzieren.

Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin des Innern und für Heimat, antwortete nun, dass nur durch effektive Präventionsmaßnahmen der Geldautomatenbetreiber die Sprengungen nachhaltig zurückgedrängt werden könnten.

„Auch wenn die Geldautomatensprengungen bisher nur Sachschäden verursacht haben, verunsichern sie die Menschen in den betroffenen Orten sehr stark. Es bedarf daher noch größerer Anstrengungen bei ihrer Bekämpfung“, sagt Martin Plum. Die Bundesregierung führt die hohe Zahl der Geldautomatensprengungen auf einen Verdrängungseffekt aus den Niederlanden zurück, von dem die Regionen an der Grenze besonders stark betroffen seien. In den Niederlanden hätten die Banken in enger Kooperation mit den Sicherheitsbehörden seit 2014 verschiedene Maßnahmen zur Verhinderung der Sprengungen, wie Einfärbetechnik, die nächtliche Schließung von Bankfilialen und die Abschaltung von Outdoor-Geldautomaten, umgesetzt.

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In Deutschland hätten Bund und Länder ihre Strafverfolgungsmaßnahmen zur Bekämpfung der Sprengungen zwar verschärft und ihre Zusammenarbeit fortlaufend intensiviert. Für Schritte, um die Sprengungen zu verhindern, seien aber auch in Deutschland die Banken selbst zuständig, heißt es in der Antwort weiter. Wie in den Niederlanden müssten auch hier Sicherheitsbehörden und Betreiber kooperieren, so Martin Plum.

Auf Nachfrage Plums erklärte die Bundesregierung, dass es bei der niederländischen Nationalpolizei wegen des deutlichen Rückgangs von Geldautomatensprengungen 2020 Umstrukturierungen gegeben hätte und die Zuständigkeit zentralisiert worden sei. Der Dialog zu  deutschen Polizei- und Justizbehörden bestehe aber weiterhin.

(msc/busch-)